Teil eines Werkes 
46. Band, Ivanhoe : 4. Theil (1827)
Entstehung
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„Sagt ich es nicht, Konrad, es ſeien ſchlimme Zeiten?“ ſprach der Großmeiſter.„Ein Ziſterzienſer

Prior ſendet einem Krieger des Tempels einen Brief und kann keinen ſchicklicheren Boten, als einen un⸗ glaͤubigen Juden finden. Gib mir den Brief!“

Mit zitternder Hand loͤste der Inde die Falten

ſeiner armeniſchen Mutze, in welcher er zu groͤßerer

Sicherheit des Priors Schreibtafel verwahrt hatte, und wollte ſich eben mit ausgeſtreckter Hand und ge⸗ kruͤmmtem Ruͤcken naͤhern, um ſie in den Bereich des grimmigen Fragers zu bringen.“. 3 „Zuruͤck, Hund!“ rief der Großmeiſter,„ich ruͤhre die Unglaͤubigen nur mit dem Schwerte an! Konrad, nimm du dem Juden den Brief ab, und gib ihn mir.“ Als Beaumanoir im Beſitz der Schreibtafel war betrachtete er die Außenſeite ſorgfaͤltig und begann dann den Bindfaden abzuloͤſen, der ſie zuſammenhielt. „Ehrwuͤrdiger Vater,“ ſiel Konrad jedoch mit vie⸗ ler Ehrfurcht ein,„willſt du das Siegel brechen?“ „Und warum ſollt' ich nicht?“ ſagte Beaumauoir mit gerunzelter Stirn.„Steht es nicht im zwei und vierzigſten Kapitel de lectione literarum geſchrieben, daß ein Templer keinen Brief ſelbſt von ſeinem Va⸗ ter bekommen ſoll, ohne ihn dem Großmeiſter mitzu⸗ theilen, und ihn in ſeiner Gegenwart zu leſen?“ Er durchlief dann eilig den Brief mit dem Aus⸗ druck des hoͤchſten Erſtaunens und Abſcheus, uͤberlas ihn noch einmal langſamer, und mit der eiuen