1 22 zu unſrem Geluͤbde und zur Entſaguug der Welt le⸗ wogen, ſondern mehr als einer, den das Mißlingen irgend eines kleinlichen Wunſches in den Stand der Buße verſezte. Seitdem iſt er ein hoͤswilliger Unruheſtiſter, Aufwiegler und ein Anfuͤhrer derer geworden, die ſich gegen unſer Anſehn auflehnen, und es wenig beachten, daß dem Großmeiſter die Kraft des Geſetzes durch das Symbol des Stabes dienen, und die Ruthe, um die Fehler der Irrenden zu ſtra⸗ fen, verliehen iſt.— Damian,“ fuhr er fort,„fuͤhre den Juden vor uns!“ 3
Der Knappe entfernte ſich mit einer tiefen Ver⸗ bengung und kehrte nach einer Weile mit dem Juden Jiaak zuruͤck. Kein nackter Sklave, vor einen maͤch⸗ tigen Fuͤrſten gefuͤhrt, kann ſeinem Richterſtuhle de⸗ muͤthiger und furchtſamer nahen, als der Inde vor dem Großmeiſter erſchien. Als er ſich auf die Ent⸗ fernung von drei Schritten genaͤhert hatte, machte Beaumanoir ein Zeichen mit dem Stabe, daß er nicht naͤher kommen ſollte. Der Jude kniete nieder zur Erde, die er zum Zeichen ſeiner Unterwuͤrfigkeit kuͤßte, erhob ſich dann und blieb mit uͤber die Bruſt ge⸗ falteten Haͤnden und geſenktem Haupt, nach der ſkla⸗ viſchen Sitte des Morgenlands, vor den Templern ſtehn.
„Damian,“ ſprach der Großmeiſter,„entferne dich, ſei aber unſers Ruf gewaͤrtig, und laß Niemand in den Garten treten, bis wir es erlauhen.“


