Teil eines Werkes 
46. Band, Ivanhoe : 4. Theil (1827)
Entstehung
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um jedem bedrohten Punkt zum Schutze herbeizueilen. Der Verluſt des Auſſenwerks hatte uͤberdieß noch die ungluͤckliche Folge, daß trotz der groͤßeren Hoͤhe der Schloßmauer die Bewegungen des Feindes nicht ſorge⸗ nau mehr beobachtet werden konnten; denn buſchiges Unterholz ſtand hin und wieder ſo nahe der Ausfalls⸗ pforte, daß die Belagerten ſo viel Mannſchaft als ſie nur immer wollten, nie nur ohne Gefahr, ſondern auch ohne Wiſſen der Schloßbeſatzung hineinwerfen konnten. In dieſer Ungewißheit nun ſahen ſich Bracy und ſeine Leute genoͤthigt, auf jede moͤgliche Gefahr gefaßt zu ſein; ſie empfanden bei aller Tapferkeit doch jene ſorgenvolle Niedergeſchlagenheit, die ſich leicht de⸗ ren bemaͤchtigt, welche von Feinden eingeſchloſſen ſind, die Zeit und Ort des Angriffs wahlen koͤnnen. Mitt⸗ lerweile lag der Herr des belagerten und gefaͤhrdeten Schloſſes auf einem Lager der hoͤchſten koͤrperlichen Pein und geiſtiger Todesqual. Ihm blieb nicht die gewoͤhnliche Zuflucht des Aberglaubens in jenem fröͤm⸗ melnden Zeitalter, das durch Freigebigkeit an die Kirche die verſchuldeten Verbrechen abzubuͤßen, und ſo die Gewiſſensbiſſe durch Hoffnung auf Suͤndenver⸗ gebung zu beſchwichtigen ſuchte. Wenn auch die ſo erkaufte Gemuͤthsruhe dem innern Frieden aufrichti⸗ ger Reue nicht mehr gleicht, als geſundem natuͤrlichen Schlummer der betaͤubende Schlaf, den das Opium bewirkt, ſo iſt doch dieſer Gemuͤthszuſtand immer noch dem Erwachen eines verzweiſelnden Gewiſſens vorzu⸗