9 durch tauſend Handlungen roher Gewaltthat und Un⸗ terdruͤckung von den Englaͤndern toͤdtlich gehaßt werden.“
„Um ſo beſſer,“ erwiederte de Bracy,„ſo werden ſich dieſe brutalen Schelmen bis zum lezten Bluts⸗ tropfen wehren, bevor ſie ſich der Rache der belagernden Bauern Preis geben. Auf denn zur That, Brian de Bois Guilbert, auf Leben oder Tod, du ſollſt ſehen, wie Maurice de Bracy ſich heute als Mann von ed⸗ lem Blut und tapfern Ahnen haͤlt!“
„Auf die Mauern!“ rief der Templer; und beide eilten auf die Zinnen, um Alles aufzubieten, was Kriegskunſt erheiſchen und Maͤnnerkraft vollbringen konnte. Sie fanden beide, daß der gefahrvollſte Punkt dem von den Belagerern erſtuͤrmten Auſſenwerk gegen⸗ uͤber war. Zwar trennte der ſumpfige Graben das Schloß von ihm, und unmoͤglich war ein Angriff auf die Hinterpforte, wenn dieſes Hinderniß nicht gehoben war. Aber der Templer und de Bracy mußten befuͤrchten, daß die Belagerer durch einen furchtbaren Sturm auf dieſen Punkt alle Aufmerkſamkeit hieher zu lenken ſuchen wuͤrden, um unvermuthet ſich in Beſitz eines minder beachteten Platzes zu ſetzen. um dagegen ſich zu ſchuͤtzen, geſtattete ihre geringe Anzahl den Nittern blos in Zwiſchenraͤumen einzelne Wachen aufzuſtellen, um ſich gegenſeitig von einer nahenden Gefahr benach⸗ richtigen zu koͤnnen. Auch kam man uͤberein, daß de Bracy die Hinterpforte vertheidigen, der Templer aber mit etwa zwanzig Mann in Reſerpe bleiben ſollte,


