172 4
„Ich ſtamme freilich“ entgegnete eneee„aus
einemGeſchlechte, deſſen uth ſich in der Vertheidigung
ſeines Landes hoch bewaͤhrte, das aber nie Krieg fuͤhr⸗
te, als auf Befehl der Gottheit, oder zur Abwehr
von Unterdruͤckung. Der Schall der Trompete er⸗
weckt Juda nicht mehr, und ſeine verachteten Kin⸗
der ſind nur die leidenden Opfer feindlicher und
kriegeriſcher unterdruͤckung.— Wahr haſt Du geſpro⸗ chen, Herr Ritter, wenn nicht der Gott Jakobs fuͤr ſein auserwaͤhltes Volk einen zweiten Gideon er⸗ weckt, oder einen neuen Makkabaͤus, ſo will es ei⸗ nem juͤdiſchen Maͤdchen nicht geziemen, von Schlacht oder Krieg zu ſprechen.“
Das hochſinnige Maͤdchen ſchloß ihre Worte mit einem kummervollen Tone, der ihren tiefen Schmerz uͤber die Entwuͤrdigung ihres Volkes ausſprach, den wielleicht der Gedanke noch ſteigerte, daß Ivanhpe ſie nicht fuͤr berechtigt, uͤber Ehre mitzuſprechen, und fuͤr unfaͤhig großartiger, erhabener Gefuͤhle halte.
„Wie wenig kennt er dieſen Buſen,“ ſprach ſie, „wenn er ſich einbildet, Feigheit und niedriger Sinn muͤßten in ihm wohnen, weil ich die ſchwaͤrmeriſche Ritterlichkeit der Nazarener tadelte! Wollte Gott, ich koͤnnte mit meinem eignen Herzblut den Stamm Juda von ſeiner Gefangenſchaft erloͤſen! Ja, wollte
Gott, ich koͤnnte damit meinen Vater und dieſen ſei⸗
nen Wohlthaͤter aus den Banden des unterdruͤckers erloͤſen! Der ſtolze Chriſt ſollte ſehen, ob die Toch⸗


