Teil eines Werkes 
45. Band, Ivanhoe : 3. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

169

blos Staͤrke, es iſt, als ob der Ritter mit Seel und Leib jedem Streich folgte, den er dem Feind ertheilt. Gott vergebe ihm die Suͤnde des Blutvergießens! es iſt furchtbar, und doch erhaben anzuſehen, wie der Arm und das Herz eines Mannes uͤber Hunderte zu triumphiren vermag.

Du haſt einen Helden geſchildert, Rebekka, ſprach Ivanhoe;ſicherlich ruhen ſie blos, um neue Kraͤfte zu ſammeln, oder Mittel herbeizuſchaffen, um den Graben zu uͤberſteigen. Unter ſolch einem Fuͤhrer, wie Du den Ritter geſchildert, gibt's keine feige Furcht, keinen kaltbluͤtigen Aufſchub, kein Zuruͤckwei⸗ chen vor kuͤhner That, da die Beſchwerden, die ſie gefaͤhrlich machen, auch zum Ruhme fuͤhren. Ich ſchwoͤr' es bei meines Hauſes Ehre bei der Dame meines Herzens ich wollte zehn Jahre Gefangen⸗ ſchaft dulden, wenn mir vergoͤnnt waͤre, einen Tag an des guten Ritters Seite in einem Streite, wie dieſer, mitzukaͤmpfen.

Ach! rief Rebekka ihren Poſten verlaſſend und dem Bette des verwundeten Ritters ſich nahend, Dieſe ungeduldige Sehnſucht nach Thaͤtigkeit dieß Kaͤmpfen, dieſer Widerwille gegen Eure jezige Schwaͤ⸗ che wird gewiß Eurer wlederkehrenden Geſundheit nachtheilig ſein! Wie kannſt Du hoffen, Andern Wunden zu ſchlagen, bevor Deine eigenen geheilt ſind?

Rebekka, entgegnete er,Du weißt nicht,