414 hoffe auch auf die Wiedererbauung Zions! aber ſo gewiß ich hoffen darf, daß ich mit meinen leiblichen Augen die Zinnen und Mauern des neuen Dempels ſchauen werde, ſo gewiß darf ich hoffen, einen Chri⸗ ſten zu finden, und waͤre er auch der Beſte unter ihnen, der einem Juden eine Schuld bezahlt, wenn er ſich nicht vor dem Richter und Kerkermeiſter fuͤrchtet!”“ Mitt dieſen Worten ſetzte er ſeinen unruhigen Gang durch das Zimmer fort, und Rebekka, welche be⸗ merkte, daß, ihre Troſtgruͤnde nur dazu dienten, ihm neuen Kummer zu erwecken, ſtand kluͤglich von dem nutzloſen Unternehmen ab— eine Vorſichtsmaßregel, die wir allen Droͤſtern und Rathgehern empfehlen, wenn ſie in aͤhnliche Lagen kommen.
Es war nun finſtere Nacht geworden, als ein juͤdi⸗ ſcher Diener zwei ſilberne Lampen mit wohlriechendem Oele gefüllt herbeibrachte. Die koſtbarſten Weine und die leckerſten Erfriſchungen ſetzte ein anderer auf ei⸗ nen kleinen mit Silber eingelegten Tiſch von Eben⸗ holz— im Innern ihrer Haͤuſer verſagten ſich die Ju⸗ den keinerlei Genuͤſſe.— Zu gleicher Zeit benachrich⸗ tigte der Diener den Juden, daß ein Nazarener(ſo nannten die Juden un er ſich die Chriſten) mit ihm
iu ſprechen wuͤnſche. Wer vom Handel leben will, muß ſeine Zeit ſtets dem opfern, der Geſchaͤfte mit ihm zu machen koͤmmt. Spogleich ſetzte Iſaak das noch unberührte Glas griechiſchen Wein, das er be⸗ reits an den Mund gehoben hatte, wieder nieder und


