Teil eines Werkes 
43. Band, Ivanhoe : 1. Theil (1827)
Entstehung
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ren, ſo werden wir erfahren, wer die Gebieterinn iſt, deren Dienſte wir uns morgen weihen ſollen. Rowena ſchwieg, Cedric aber antwortete fuͤr ſie in ſeiner ſaͤchſiſchen Mutterſprache.

Die Lady Rowena, begann er,verſteht die Sprache nicht, auf Eure Artigkeit antworten oder Theil an Eurem Feſte zu nehmen. Auch ich und der edle Athelſtane von Loningsburgh ſprechen nur die Sprache und kennen nur die Sitten unſerer Vaͤter. Wir muͤßen daher mit Dank Eure höfliche Einladung zu dem Bankette ablehnen. Morgen wird Lady Ro⸗ wena den Platz einnehmen, zu dem ſie durch die freie Wahl des ritterlichen Siegers, die der Zuruf des Volkes beſtaͤtigte, berufen ward. Mit dieſen Worten hob er die Krone auf und ſezte ſie Rowena zum 3 lichen der An⸗ nahme der ihr ertheilten zeitichen Wuͤrde aufs Haupt.

Was ſagt er 2 fragte der Prinz Johaun, inden⸗ er ſich ſtellte, als waͤre er der ſochſiſchen Sprache un⸗ kundig, obwohl er derſelben vollkommen maͤchtig war. Der Inhalt der Rede Cedrics ward ihm nun ſranzo⸗ ſiſch wiederhokt.Gut, ſprach er,morgen werden wir dieſe ſtumme Herſcherinn in Perſon nach ihrem Throne fuͤhren. Ihr wenigſtens, Herr Ritter, fuhr er an den Sieger ſich wendend ſort, der noch im⸗ mer dicchht bey der Gallerie geblieben war,werder we⸗ nigſtens heute unſer Feſtmal theilen.

Mit leiſer verlegener Stimme entſchuldigte ſich der Ritter, Ermuͤdung und nothwendige Norbereitun⸗ gen auf den morgenden Kampf vorſchuͤtzend. 3

Wohl denn, entgegnete ſtolz der Prinz;Wenn wir auch wenig ſolcher abſchlaͤgigen Antworten gewohnt find, wollen wir doch verſuchen⸗ unſer Mahl ſo gut zu verdauen⸗ als es geht, obgleich nicht beehrt durch die Gegenwart des gluͤcklichen Kaͤmpfers und ſeiner

erkorenen Koͤniginn der Schoͤnheit 18 Mit dieſen Worten wandte er ſich um, ver⸗ ließ mit ſeinem glaͤnzenden Gefolge die Schranken