Teil eines Werkes 
43. Band, Ivanhoe : 1. Theil (1827)
Entstehung
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nen unziemenden, unpaſſenden Scherz in Bekreff der Judinn Redetka zu verwiſchen, und Alicias Vater wieder zu verſoͤhnen, den er fuͤrchtere, und der mehr als einmal im Verlauſe des Tages ſeine Unzufrieden⸗ heit zu erkennen gegeben. Auch hatte er die Ab⸗ ſicht, ſich ſelbſt in die Gunſt dieſer Dame zu ſetzen; denn Johann war wenigſtens ebenſo ausſchweifend in ſeinen Vergnuͤgungen, als er gewiſſenlos in Verfol⸗ gung ſeiner ehrgeizigen Plane war. Vor allem aber ünſchte er dem enterbten Nitter(gegen welchen er bereits eine große Abneigung empfand) einen maͤchti⸗ gen Feind in der Perſon Waldemar Fitzurſes zu er⸗ wecken, da dieſen, wie er meinte, die ſeiner Tochter angethane Beſchimpfung tief verwunden wuͤrde, im Falle der Sieger, wie es leicht geſchehen konnte, eine andere Wahl treffen ſollte. Und ſo geſchah es denn auch. Der ent

erbte Rit⸗

ter ritt an der dicht neben dem Prinzen befin Galle⸗ rie, wo die Lady Alicia im vollen Zelbſtgef hl umphi⸗ render Schoͤnheit ſaß, voruͤber ien nun ebenſo lang⸗

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ſam als zuvor raſch durch die Schranken hinreitend, den glaͤnzenden Kreis der Schonheiten pruͤfend zu betrachten.

Es war auſſerſt intereſſant, das verſchiedene Be⸗ nehmen der Schoͤnheiten waͤhrend der Muſterung zu be⸗ obachten. Einige errotheten, andere gaben ſich den Ausdruck von Stolz und Wuͤrde, andere blickten gera⸗ de vor ſich hin, und ſuchten ſich den Schein zu geben, als waͤren ſie deſſen unbewußt, was um ſie vor⸗ ging, andere ſuchten ein Lacheln zu unterdruͤcken, in⸗ deß zwei oder drei dagegen auflachten. Da waren wieder Andere, welche den Schleier uͤber ihre Reize fallen ließen; aber nach dem Verichte des 23a dour⸗ manuſtripts waren dieß S oͤnheiten, welche bereits ihre zehen Jahre in voller Bluͤte ſtanden und dieſe ei⸗ teln Triumphe ſo zur nuͤge genoſſen hatten, daß ſie 5 enkfagten, um dem neu⸗ t das Spiel zu verderben.

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