Teil eines Werkes 
43. Band, Ivanhoe : 1. Theil (1827)
Entstehung
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dem er ſo hoch verpflichtet war, unerwartet in ſein angeſtammtes Koͤnigreich zuruͤckgekehrt ſein mochte, konnte er ſelbſt auf die richtige Bemerkung Fitzurſes ſeine Beſorguiſſe nicht ganz unterdruͤcken, und indeß er nach einer kurzen, befangenen Lobrede auf des Rit⸗ ters Tapferkeit befahl, das als Preis ausgeſetzte Streitroß ihm zu uͤberliefern, fuͤrchtete er immer noch, aus dem vergitterten Viſir der gepanzerten Geſtalt vor ihm die tiefe, Ehrfurcht gebietende Stimme des löwenherzigen Richard zu vernehmen⸗

Allein der enterbte Nitter ſprach kein Wort der Erwiederung auf die ehrende Anrede des Prinzen und dankte blos durch eine tiefe Verbeugung.

Das Roß wurde jezt von zwei reich gekleideten Dienern in die Schranken gefuͤhrt; es war mit der reichſten Schlachtruͤſtung ausgeſtattet und ſo trefflich, daß es hiedurch in den Angen der Kenner nicht mehr an Werth gewinnen konnte. Eine Hand auf den Sattelknopf legend ſchwang ſich der enterbte Rit⸗ ter, ohne ſich der Steigbuͤgel zu bedienen auf den Rücken des Thiers und ſprengte mit erhobener Lan⸗ ze, mit der Geſchicklichkeit eines vollendeten Reiters zweimal um die Schranken herum. Die anſcheinende Eitelkeit, die man ſonſt wohl in dieſem Benehmen hat⸗ te finden konnen, ward dadurch, daß er ſo auf ſchick⸗ liche Weiſe die empfangene fuͤrſtliche Belohnung in das glaͤnzendſte Licht ſtellte, gerechtſertigt, und von allen Seiten wurde auſs neue dem Nitter der lauteſte Beifall gezollt.

Mittlerweile hatte der geſchaͤftige Prior von Jor⸗ vaulr dem Prinzen Johann zuge ſuͤſtert, daß der Sie⸗ ger nun auch ſeinen guten Geſchmack dadurch zu beurkunden habe, daß er aus der Mitte der Da⸗ men auf den Gallerien diejenige auswaͤhle, welche den Thron der Liebe und Schoͤnheit einnehmen und am folgenden Tag den Kamofpreis ertheilen jollre. Als der Rilter daher zum zweiten Mal

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