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Kind. Von ihrer Schoͤnheit ſollt Ihr bald ſelbſt ur⸗ theilen koͤnnen, und wenn die Vollkommenheit ihrer Geſtalt, und der majeſtaͤtiſche, wenn gleich ſanfte Ausdruck des blauen Auges Euch nicht alle ſchwarz⸗ lockigen Maͤdchen Palaͤſtinas, ja ſelbſt die Houris in Mahomeds Paradies vergeſſen laͤßt, ſo bin ich ein Unglaͤubiger und kein achter Sohn der Kirche.“
„Sollte aber Eure geruͤhmte Schoͤnheit auf der Wage zu leicht befunden werden,“ ſprach der Temp⸗ ler,„ſo wißt Ihr unſre Wette?“
„Meine goldene Halskette antwortete der Pri⸗ or,„gegen zehen Flaſchen Chierwein; ſie ſind mir ſo ſicher, als laͤgen ſie ſchon in dem Kloſterkeller unter dem Schloß und Riegel des alten Kellermeiſters Dennis.“
„Und ich ſelbſt ſoll Richter ſein,“ ſagte der Temp⸗ ler;„und meine eigene Ueberzeugung ſoll mich zum Geſtaͤndniß bringen, daß ich ſeit Pfingſten vor'm Jahr kein ſchoͤnres Maͤdchen ſah?— Prior, Eure Halsket⸗ te ſteht in großer Gefahr. Ich will ihn uͤber meinen Ringkragen in den Schranken von Aſhby de la Zouche tragen.“
„Gewinnt ſie mit Recht,“ verſetzte der Prior, „und traat ſie, wo Ihr wollt. Ich baue auf Euer Wort als Ritter und Geiſtlicher, daß Ihr die Wahr⸗ heit ſaget. Aber, Bruder, folgt meinem Rathe und zwingt Eure Zunge zu etwas mehr Hoͤflichkeit, als Eure Gewohnheit bei unglaubigen Gefangenen und


