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Dadurch, daß ſie ſich, wie es gewoͤhnlich der Fall war, unter den Schutz eines der kleinen Koͤnige ihrer Nach⸗ barſchaft ſtellten, und gewiße Lehnsdienſte in deſſen Haushalt ubernahmen, oder durch gegenſeitige Schutz⸗ und Trutzbuͤndniße ſich verbindlich machten, ihm Heer⸗ folge zu leiſten, mochten ſie ſich fuͤr den Augenblick Ruhe erkaufen; aber dieß geſchah nur mit Aufopfer⸗ ung der jeder engliſchen Bruſt ſo theuern Unabhaͤn⸗ gigkeit, wodurch ſie in dem Falle waren, in jedes un⸗ beſonnene Wagniß, das der Ehrgeiz ihres Schutzherrn
herbeifuͤhrte, verwickelt zu werden.
Auf der andern Seite ſtanden jenen maͤchtigen Baronen ſo viele Mittel der Verfolgung und Unter⸗ druͤckung zu Gebot, daß es ihnen nie an Vorwand und ſelten an Willen fehlte, ihre weniger maͤchtigen Nachbarn, die es wagten, in jenen gefaͤhrlichen Zei⸗ ten, im Vertrauen auf die Geſetze des Landes und bei dem Beſtreben, keine Veranlaßung zu Gewalt⸗ that zu geben, ſich ihrer Obhut zu entziehen. Ein Umſtand, der ſehr viel dazu beitrug, die Tyrannei des Adels und die Leiden der untern Klaſſen zu er⸗ hoͤhen, entſprang aus der Eroberung Englands durch Herzog Wilhelm von der Normandie. Vier Genera⸗
tionen hatten nicht vermocht, das feindliche Blut der
Normannen und Angelſachſen zu vermiſchen, oder durch gleiche Sprache und gemeinſchaftliches Intereſſe die beiden feindlichen Staͤmme zu vereinigen, von de⸗ nen der eine immer noch im Uebermuthe des Sieges


