Teil eines Werkes 
43. Band, Ivanhoe : 1. Theil (1827)
Entstehung
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Zeiten jene Banden tapferer Geaͤchteten ihr Weſen trieben, deren Thaten in den alten engliſchen Volks⸗ liedern beſungen werden. Dieß iſt der Schauplatz unſrer Erzaͤhlung, deren Zeitalter in das Ende der Regierung Richard des 1. faͤllt, als ſeine Ruckkehr aus langer Gefangenſchaft fuͤr ſein verzweifelndes Volk mehr ein Gegenſtand er Wuͤnſche, als der Hoffnungen war, da dieſes in der Zwiſchenzeit jeder Art von Unterdruͤckung Preis Zegeben war. Die Ebeln, deren Macht waͤhrend der Regicrung Stephans keine Graͤnzen mehr kannte, die Heinrich der II. mit der groͤßten Anſtrengung kaum in einige Abhaͤngigkeit von der Krone zu bringen ver⸗ mochte, uͤberließen ſich nun wieder in vollem Maße der fruͤheren Ungebundenheit, und kehrten ſich wenig an die ſchwache Vermittlung des engliſchen Staats⸗ raths, befeſtigten ihre Schloͤßer, vermehrten die Zahl ihrer Reiſigen, und brachten Alles um ſich her in ei⸗ nen Zuſtand von Abhaͤngichkeit, indem ſie alle Mittel anwandten, ſich an die Spitze einer Macht zu ſtel⸗ len, woburch ſie in Stand geſetzt wuͤrden, bei den, wie man allgemein glaubte, bevorſtehenden Erſchuͤt⸗ terungen des Staates eine bedeutende Rolle zu ſpielen. Die Lage des niedern Adels oder der ſogenann⸗ ten Franklins, welche nach den Geſetzen und dem Geiſt der engliſchen Konſtitution berechtigt waren, ſich von der Feudaltyrannei unabhaͤngig zu erhalten, muß⸗ te in hohem Grade ſchmankend und unſicher werden.