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fen; ſo groß! iſt die Macht fruͤherer Gewohnheiten und Ideenverbindungen; und ich dachte, wenn die⸗ ſes der Fall bei mir war, welche Wirkung muͤſſen nicht ſolche Erinnerungen auf den einfaͤltigern und leichtglaͤubigern Poͤbel hervorbringen? Laßt eure Phi⸗ loſophen dieß beantworten. Das Volk muß eine Re⸗ ligion haben.“ Er ſetzte hierauf die Bedingungen Nauseinander, nach welchen er mit dem Pabſte unter⸗ handeln wolle, und fuͤgte hinzu:„Man wird ſagen, ich ſey ein Papiſt;— ich bin kein ſolches Ding. Ich war Mahomedaner in Aegypten,— und werde hier zum Beſten des Volkes Katholik ſeyn. Ich glaube nicht an religloͤſe Formen, wohl aber an das Daſeyn eines Gottes!“ Er ſtreckte ſeine Haͤnde gen Him⸗ mel aus und rief:„Wer iſt es, der Alles uͤber und um uns erſchaffen hat?*). Dieſe erhabene Stelle beweist, daß Napoleon(ungluͤcklich dadurch, daß er noch nicht weiter in das Heiligthum der chriſt⸗ lichen Religion eingedrungen war) endlich die Schwelle des Tempels uͤberſchritten hatte, und den großen Vater des Weltalls glaubte und verehrte.
Die Miſſionaͤre wurden in St. Helena höflich aufgenommen und der uͤbliche Gottesdlenſt der ka⸗ tholiſchen Kirche in Longwood gelegenheitlich gehal⸗ ten. Allein die Geiſtlichen waren ruhige, unzudring⸗ liche Perſonen, die ſich, auf ihre religloͤſen Pflichten
*) Denkwürdigkeiten über das Konſulat 1799 und 1804.


