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ſoph. Wenn wir zweifeln, ob eine Perſon⸗ dle ſich gegen den Pabſt auf eine Art, wie ſie Napoleons Geſchichte erwaͤhnt, betragen hatte, vnd die einmal in den Kirchenbann gethan geweſen war(wenn der
ann je aufgehoben wurde), in feinen bülßrmeenen Bekenntniſſen des Kathd licismus aufrichtig ſeyn koan⸗ te, ſo muͤſſen wir den Verbannten wenigſtens von der Anklage eines uͤberlegten Atheismus freiſprechen. Bei verſchiedenen Gekegenheiten druͤckte er mit Ge⸗ fuͤhlen tiefer Froͤmmigkeit ſeine Ueberzeugung von dem Daſeyn der Gottheit aus,— der großen Wahr⸗ heit, uf welcher das ganze religioͤſe Syſtem beruht; und dieß zu einer Zeit, in welcher die abſcheulichen Lehren des Atheismus und Materialismus in ganz Frankreich allgemein gangbar waren. Unmittelbar nach ſeiner Erhebung zu der Wuͤrde eines erſten Konſuls war er auf die Wiederherſtellung der Relt⸗ gion bedacht, und ſprach ſich in einer Miſchung von Gefuͤhl und Polktik gegen den damaligen Staatsrath Thibaudeau, uͤber dieſen Gegenſtand aus. Nachdem er lange die Syſteme der neuern Philoſophen uͤber verſchiedene Arten von Gottesverehrung, uͤber Deis⸗ mus, natuͤrliche Religion u. ſ. w. beſtritten hatte, fuhr er fort:„Letzten Sonntag Abend gieng ich in der allgemeinen Stille der Natur, in dieſen Umge⸗ bungen(von Malmaiſon) ſpazieren. Der Klang der Thurmglocke von Ruel traf mein Ohr und erneuerte alle Eindruͤcke meiner Jugend. Ich war tief ergrif⸗


