Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 99.

o weit ſammeln konnte, um deutlich zu unterſcheiden, daß ſie von einem heftigen Pochen am Thore herkamen, Ich ſprang ſehr beſorgt vom Lager auf, nahm den Degen unter den Arm, und eilte hinaus, um jedermann den Eintritt zu verwehren. Aber ich mußte einen Umweg machen, da die Fenſter der Bibliothek nicht vorn heraus, ſondern in den Garten giengen. Als ich die Wendeltreppe erreicht hatte, deren Fenſter in den vordern Hofraum giengen, hoͤrte ich Syddalls ſchwache und furchtſame Toͤne im Wort⸗ wechſel mit rauhen Stimmen, welche Kraft eines Befehls des Friedensrichters Standiſh und in des Koͤnigs Namen Einlaß forderten, und den alten Diener mit den ſchwer⸗ ſten Strafen bedrohten, wenn er nicht augenblicklich ge⸗ horche. Waͤhrend ſie noch ſprachen, ließ ſich zu meinem unausſprechlichen Zorne die Stimme des Andreas hoͤren, der Syddall auf die Seite treten hieß, und ſelbſt das Thor oͤffnen wollte.

Wenn ſie in des Koͤrigs Namen kommen, ſo haben wir nichts zu fuͤrchten, wir haben Gut und Blut faͤr ihn gegeben, wir brauchen uns nicht zu ſcheuen, wie gewiſſe andere Leute, Herr Syddall, wir ſind weder Pa⸗ piſten, noch Jakobiten, denke ich.

Vergebens beſchleunigte ich meine Schritte; ich boͤrte den dienſtfertigen Schurken Riegel um Riegel zuruͤckſchie⸗ ben, waͤhrend er ſeine und ſeines Herren Treue gegen Koͤnig Georg ruͤhmte, und ich konnte leicht berechnen, daß die Gerichtsbeamten hereingedrungen ſeyn muͤßten, ehe ich die Riegel wieder vorſchieben koͤnnte. Ich beſtimmte einſt⸗ weilen in Gedanken dem Ruͤcken des Herrn Andreas Gut⸗ dienſt ſeinen verdienten Lohn. Ich eilte in die Bibliothek zuruͤck, verrammelte die Thuͤre, ſo gut ich konnte, eilte an

.