89 hagerer als ſonſt, und neben ihr ſtand kein Bewohner des Grabes, ſondern Vaughan oder vielmehr Sir Frederick Ver⸗ non in einem Anzuge, gleich dem ſeines Vorfaßren, mit dem er eine Familienähnlichkeit beſaß. Er ſprach zuerſt. denn Diana heſtete ihre Augen auf den Boden, und das Erſtau⸗ nen hielt noch meine Zunge gebunden.
„Wir kommen als Bittende, Herr Osbaldiſtone,“ ſagte er,„und ſuchen unter Eurem Dache Zuſucht und Schuz, bis wir eine Reiſe fortſezen können, wo Gefaͤngniß und Tod mir auf jedem Schritte drohen.“ 3
„Gewiß,“ ſtammelte ich,—„Miß Vernon wird nicht
denken,— Ihr, mein Herr, duͤrft nicht glauben, daß ich Eure Hülfe in meinem Bedrängniß vergaß, oder daß ich fähig ſei, irgend jemand zu verrathen, am wenigſten Euch.“—
„Ich weiß es,“ ſazte Sir Frederick;„und doch ſeze ich. nur mit unausſprechlichem Widerſtreben ein, vielleicht un⸗ angenehmes,— geiriß gefahrvolles Vertrauen auf Euch, und das ich lieber auf jeden andern ſezen möchte. Aber mein Schickſal, das mich durch ein gefahrvolles Leben trieb, liegt jezt hart auf mir, und ich habe keine Wahl.“ V
In dieſem Augenblick öffnete ſich die Thuͤre, und die Stimme des dienſtfertigen Andreas ließ ſich hören:„Ich bringe die Lichter, Ihr könnt ſie dann anſtecken, wenns Euch beliebt.“ 3
sich ellte zur Thüre, damit er nicht ſehen moͤchte, wer im Zimmer ſei, und glaubte ſie auch noch fruͤh genug er⸗ reicht zu haben. Ich ſchob ihn mit haſtiger Heftigkelt hin⸗ aus, verſchloß die Thuͤre, und verriegelte ſie,— ploͤzlich aber erinnerte ich mich, daß ſeine beiden Geſellen unten ſeyen, und da ich ſeine Schwazhaftigkeit kannte, und mir zugleich Syddalls Bemerkung einfiel, daß einer von den


