74 ſo daß es Ecke und Riſſe bekommt, ohne augenfaͤllige Ur⸗ ſachen ſeiner Zerſtoͤrung.
Es war ein bemerkenswerther Umſtand, daß mein Va⸗ ter, nachdem er ſeinem Bruder die letzte Pflicht bezahlt hatte, ploͤtzlich ein ſehr lebhaftes Verlangen aͤußerte, daß ich den letzten Willen meines Oheims annehmen, und die Familienrechte vertreten ſolle. Vorzuͤge dieſer Art ſchie⸗ nen fruͤher durchaus keinen Reiz fuͤr ihn zu haben, aber er glich nur dem Fuchs in der Fabel, und ſchien gleichguͤltig gegen etwas zu ſeyn, weil er es nicht erreichen konnte; wahrſcheinlich wurde jedoch meines Vaters Wunſch, ſelnes Vruders Verfuͤgung aufrecht zu erhalten, ſehr durch ſeine heftige Abneigung gegen Raſyleigh verſtaͤrkt, welcher laut drohte, ſeines Vaters letzten Willen anzufechten.
„Er ſey,“ ſagte mein Vater,„auf eine hoͤchſt unge⸗ rechte Weiſe enterbt worden,— ſeines Bruders letzter Wille habe nur den Schimpf, nicht das Unrecht verguͤtet, als er den Reſt des Permoͤgens an Franz, den natuͤrlichen Erben, uͤdertrug, und er ſey entſchloſſen, das Vermaͤchtniß anzuſprechen.“
Indeſſen war Raſhleigh kein veraͤchtlicher Gegner. Er hatte zu ſeinem Verrath die Zeit ſo gut gewaͤhlt, ſeine Nachrichten waren ſo ausgedehnt, er hatte auf eine ſchlaue Weiſe ihr einen ſolchen Schein zu geben, und ſich ein Verdienſt zuzueignen gewußt, daß er bis zu einem gewiſ⸗ ſen Grade ſelbſt unter den Miniſtern ſich Goͤnner erwor⸗ ben hatte. Wir waren gerade in vollem Streit mit ihm wegen ſeines Raubs an der Firma Osbaldiſtone und Treſ⸗ ham, und nach dem Gange dieſes einfachen Rechtshandels zu urtheilen, konnte der neue uͤber unſere ganze Lebenszeit hinaus verlaͤngert werden. Um dieſe Zoͤgerung moͤglichſt


