Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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ſei, waͤre ein Gegenſtand trauriger Vermuthungen; der Rathmann ſei ſo gut wie gar nichts in einer Gefahr, denn er ſel ein duͤnkelhafter Mann, und Andreas haſſe den Duͤnkel. Leider aber werde es mir wohl ſchlimm genug ergangen ſeyn zwiſchen den Piſtolen und Carabinern der Soldaten auf der einen, und den Dolchen und Schwertern der Hoch⸗ laͤnder auf der andern Seite, und in dem tiefen Waſſer und den Strudeln an der Furth von Avondow.“

Dieſe Botſchaft würde den armen Owen in Verzweif⸗ lung gebracht haben, waͤre er allein und ohne Unterſtuͤzung geweſen, aber meines Vaters vollkommene Menſchenkennt⸗ niß ſezte ihn in den Stand, den Charakter des Erzaͤhlers und den wahren Werth ſeiner Nachricht zu ſchaͤzen. Aber auch von aller Uebertreibung entbloͤst, blieb doch noch genug beunruhigendes fuͤr einen Vater darin. Er faßte den Ent⸗ ſchluß, ſich in eigener Perſon auf den Wes zu machen, um durch Unterhandlung oder ein Löſegeld meine Freiheit zu erhalten, und war bis ſpaͤt in die Nacht mit Owen beſchaͤf⸗ tigt, Briefſchaften durchzugehen, um ihm waͤhrend ſeiner Abweſenheit elnige Geſchaͤfte zu uͤbertragen; daher kam es, daß ich ſie noch wachend fand.

Spaͤt erſt treunten wir uns, und zu ungeduldig, um kange der Ruhe genießen zu koͤnnen, war ich fruͤhe wieder auf. Andreas erſchien pflichtſchuldigſt bei meinem Lever, und anſtatt der Vogelſcheuchgeſtalt, in die ihn die Hoch⸗ laͤnder verſezt hatten, erſchien er in einer ganz anſtaͤndigen Kleidung, aber von einer Farbe, wie ſie nur fuͤr die tiefſte Trauer paßt. Erſt nach mehreren Fragen, die der Spiz⸗ bube ſo lang als moͤglich nicht verſtehen wollte, erfuhr ich, „er habe es fuͤr anſtaͤndig gehalten, meinetwegen Trauer anzulegen, und da nan der Tradier die Kleider nicht wie⸗