Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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der wachſenden Dunkelheit nicht leicht entdeckt werden konnte. Waͤre ich dem Herzog nahe genug geweſen, ſo hätte ich ſeinen perſoͤnlichen Schutz angerufen, aber dieſer hatte ſich bereits entfernt, und ich ſah auf dem linken uUfer des Fluſſes keinen Offtzier, der mich haͤtte ſchuͤtzen konnen. Ich glaubte, daß unter ſolchen Umſtaͤnden mir die Ehre nicht vorſchreibe, mein Leben unnuͤtzerweiſe auf⸗ zuopfern. Als der Tumult aufhoͤrte, und der Hufſchlag der Pferde in der Naͤhe meines Verſtecks ſich ſeltener hoͤren ließ, war mein erſter Gedanke, das Quartier des Herzogs aufzuſuchen, ſobald alles ruhig ſeyn wuͤrde, und mich ihm zu ergeben als ein treuer Unterthan, der von ſeiner Ge⸗ rechtigkeit nichts zu fuͤrchten, und als ein Fremder, der alles Recht auf ſeinen Schutz und ſeine Gaſtfreiheit habe. Mit dieſer Abſicht verließ ich meinen Verſteck, und blickte rings umher..

Die Daͤmmerung gieng jetzt in Dunkelheit uͤber; we⸗ nige oder gar keine von den Reitern waren mehr auf die⸗ ſer Seite des Forths,⸗ und auf der andern Seite toͤnte der ferne Hufſchlag der Roſſe und der klagende, nachhallende Ton der Trompeten durch den Wald, um die Nachzuͤgler zuſammenzurufen. Meine Lage war jetzt ziemlich bedenk⸗ lich. Ich hatte kein Pferd, und der tiefe Fluß der jetzt nach dem Tumulte truͤbe hinfloß, und im matten Mond⸗ licht noch truͤber erſchien, hatte nichts einladendes fuͤr ei⸗ nen Fußgaͤnger, der nicht gewohnt war, Fluͤſſe zu durch⸗ waten, und eben erſt Reiter bei dieſer gefaͤhrlichen Furth bis uͤber den Sattel hatte hineinſinken ſehen. Blieb ich aber auf der Seite des Fluſſes, wo ich war, ſo hatte ich keine andere Ausſicht, als nach den mannigfachen Anſtren⸗ gungen dieſes Tags auch noch die Nacht unter freiem Him⸗