Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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Huͤlfe oder droheten mit Rache, und einigemal wurden blutige Kaͤmpfe dadurch veranlaßt. Die Trompeten riefen daher zur Ruͤckkehr, da der Herzog, wie ſchwer es ihm auch werden mochte, fuͤr den Augenblick die Hoffnung auf⸗ gab, die ſo unerwartet entſchluͤpfte Beute wieder zu er⸗

langen, und die Reiter kehrten langſam, widerwillig und

mit einander zankend in ihre Reihen zuruͤck. Ich ſah, wie ſie ſich ordneten auf dem fuͤdlichen Ufer des Fluſſes, deſſen Gemurmel lange uͤbertaͤubt von dem lauten Geſchrei rach⸗ gieriger Verfolger, jetzt dumpf zwiſchen die tiefen, unmu⸗ thigen Stimmen der getaͤuſchten Reiter hineintoͤnte.

Bis jetzt war ich blos ein, wenn gleich nicht ganz un⸗ betheiligter Zuſchauer der ſonderbaren Scene geweſen. Jetzt aber rief ploͤtzlich eine Stimme:wo iſt der engliſche Fremde? er gab Robin das Meſſer, um den Gurt zu durchſchneiden.

Haut den Puddingfreſſer in Stuͤcken! rief eine Stimme.

Jagt ihm ein Paar Kugeln durch's Hirn, rief eine zweite.

Das Schwert ihm in den Leib geſtoſſen, bruͤllte ein Dritter.

Da ich mehrere auf und nieder ſprengen hoͤrte, ver⸗ muthlich in der guͤtigen Abſicht, dieſe Drohungen auszu⸗ fuͤhren, ſo erwachte ploͤtzlich in mir das Gefuͤhl meiner Lage, und ich fuͤrchtete, daß Bewaffnete, deren gereizte Leidenſchaften durch nichts gezuͤgelt waren, vermuthlich damit aufangen wuͤrden, mich vom Pferde zu ſchießen ober zu hauen, und hintennach erſt unterſuchen wuͤrden, ob ſie auch Recht gethan haͤtten. Ich ſprang deßhalb vom Pferde,

laß es laufen, und eilte in ein Erlengebuͤſch, wo ich bei