Teil eines Werkes 
104. Band, Robin der Rothe : 5. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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ich ſchon damals vermuthete, und nachmals mit Gewißheit erfuhr, viele von denen, die am eifrigſten bemuͤht ſchie⸗ nen, den Entronnenen einzuholen, gar nicht ſo ſehr, daß er wieder beigefangen werden moͤchte, und ſtimmten nur in das Geſchrei ein, um die Verwirrung zu vergroͤßern, und Robin deſto beſſer Gelegenheit zu geben, ſich zu fluͤchten.

Einem ſo geſchickten Schwimmer, wie Robin, wurde dieß auch gar nicht ſchwer, ſobald nur der erſte Verfol⸗ gungseifer voruͤber war. Einmal war er ſehr bedraͤngt, und mehrere Saͤbelhiebe ſielen neben ihm ins Waſſer. Das Ganze glich der Otterjagd, die ich im Schloſſe Osbaldiſtone geſehen hatte, wo das Thier von den Hunden entdeckt wird, weil es, um Athem zu ſchoͤpfen, die Naſe uͤber das Waſſer emporhalten muß, ihnen aber ſchnell wieder entgeht, ſo⸗ bald es untertaucht. Mac Gregor half ſich noch ſchlauer, als die Otter, denn als er ſich ſo hart verfolgt ſah, macht er ſich unbemerkt von ſeinem Plaid los, und ließ ihn den Strom hinabſchwimmen, wo er bald die allgemeine Auf⸗ merkſamkeit erregte; mehrere Reiter wurden dadurch auf eine falſche Spur gelockt, und Schuͤſſe und Hlebe von dem abgewandt, dem ſie galten. Als er ihnen einmal aus dem

eſicht war, wurde es faſt unmoͤglich, ſich ſeiner wieder zu bemaͤchtigen, da der Fluß wegen ſeiner ſteilen Ufer an vielen Stellen unzugaͤnglich war, oder das dichte Gebuͤſch die Annaͤherung der Reiter verhinderte. Einzelne Irrun⸗ gen und Unfaͤlle, ſo wie die einbrechende Nacht, machten alle Bemuͤhungen mit jedem Augenblicke hoffnungsloſer. Einige wurden von den Wirbeln des Stroms fortgeriſſen, und riefen ihre Gefaͤhrten um Huͤlfe an, andere, in der Verwirrung von Schuͤſſen oder Hieben getroffen, baten um