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Ewan von Brigglands zuckte wieder die Achſeln, und ſeufzte, aber ſchwieg.
„Es iſt wohl traurig,“ ſuhr Rob fort, und fluͤſterte ſeine Schmeichelworte ſo leife in Ewans Ohren, daß nur ich ſie hoͤren konnte, der ich gar keinen Beruf in mir fuͤhl⸗ te, ſeine Hoffnungen auf Flucht zu zerſtoͤren;—„es iſt doch traurig, daß Ewan von Brigglands, den der rothe Mac Gregor mit Hand und Schwert und mit Geld unter⸗ ſtuͤtzt hat, eines vornehmen Mannes Mißfallen mehr ach⸗ tet, als eines Freunds Leben.“
Ewan ſchien ſchmerzlich bewegt zu ſeyn, aber er ſchwieg. Wir hoͤrten des Herzogs Stimme vom jenſeitigen Ufer heruͤber rufen:„Bringt den Gefangenen heruͤber.“
Ewan ſetzte ſein Pferd in Bewegung, und eben als ich Robin ſagen hoͤrte:„Legt doch nicht eines Mac Gre⸗ gors Blut gegen einen zerſchnittenen Riemen in die Waag⸗ ſchale, denn Ihr werdet davon Rechenſchaft geben muͤſſen hier und dort;“ da ritten ſie haſtig an mir voruͤber, und eilten in den Strom.
„Noch nicht,— noch nicht,“ riefen mir einige Rei⸗ ter zu, als ich jenen folgen wollte, und mich hindurch draͤngte.
Ich ſah in der Daͤmmerung den Herzog auf der an⸗ dern Seite ſeine Leute, die der eine weiter oben, der andere weiter unten aus Land kamen, in Ordnung ſtellen. Viele waren ſchon hinuͤber, einige im Waſſer und die uͤbrigen be⸗ reiteten ſich, zu folgen, als ein ploͤtzliches Hineinplumpen ins Waſſer mir anzeigte, daß Mac Gregors Beredtſamkeit uͤber Ewan geſiegt hatte. Der Herzog hörte gleichfalls das Geraͤuſch, und errieth ſogleich die Bedeutung.„Schurke!“ rief er dem landenden Ewan zu,„wo iſt Euer Gefange⸗
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