92 wie er eine Hand frei hatte, ſie flehend gegen die Plaid⸗ männer erhob, welche immer noch mit angelegten Geweh⸗ ren unten ſtanden. Mit einem Wort, der Burſche kam endlich gluͤcklich von ſeiner gefaͤhrlichen Hoͤhe herab, wozu ihn freilich nur die Furcht eines augenblicklichen Todes be⸗ wegen konnte, denn die Hochlaͤnder unten, die ſich an dem ungeſchickten Kletterer hoͤchlich ergoͤtzten, feuerten ein paar⸗ mal ihre Gewehre ab, nicht um ihn zu treffen, ſondern um den Spaß zu vermehren, den ihnen ſeine Todesangſt und ſeine jedesmal erhoͤhte Behendigkeit machte.
Endlich erreichte er feſten und ziemlich ebenen Boden, oder vielmehr, um richtiger zu ſprechen, auf dem letzten Felſenabſatz glitt er aus, fiel der Laͤnge nach auf den Bo⸗ den, und wurde von den Hochlaͤndern in Empfang genom⸗ men, die ihm, ehe er noch auf die Beine kam, nicht nur ſeine Taſchen ausleerten, ſondern ihm auch Peruͤcke, Hut, Rock, Weſte, Struͤmpfe und Schuhe abnahmen mit ſo be⸗ wundernswuͤrdiger Schnelligkeit, daß der arme Burſche, der als wohlgekleideter, buͤrgerlich ausſehender Dlenſtbote auf den Ruͤcken gefallen war, als eine nackte, kahlkoͤpfige Vogel⸗ ſcheuche wieder aufſtand. Darauf ſchleppten ſie den Barfuͤ⸗ ßigen unbarmherzig uͤber Feiſenſpizen und durch dichtes Gebuͤſch auf die Straße.
Auf dieſem Wege wurden ihre Luchsaugen auch Herrn Jarvies und meiner anſichtig, ein halbes Duzend bewaff⸗ neter Hochlaͤnder draͤngte ſich um uns her, und richteten ihre Dolche, Schwerter und die geſpannten Piſtolen auf unſere Bruſt. Widerſtand waͤre Tollneit geweſen, beſon⸗ ders da wir keine Waffen hatten, uns genen einen ſolchen Angriff zu vertheidigen. Wir unterwarfen uns alſo unſe⸗ tem Schickſal, und die unfreundlichen Haͤnde der Hochlaͤu⸗
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