Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
Einzelbild herunterladen

B

19 denn die meiſten Leute fuͤrs beſte, ſich mit Rob zu vertra⸗ gen. Er laͤßt mit ſich handeln, wenn man's ehrlich meint, aber wenn man ihn aufbringt, da koͤnnte man eben ſo gut mit dem Teufel aubinden.

Und dadurch, fuhr ich fort,iſt er nun den Geſezen des Landes verfallen?

Verfallen? ja, es mag ſeyn, und ſein Hals wuͤrde erfahren, wie ſchwer er iſt, wenn ſie Rob ſiengen. Aber er hat gute Freunde unter den großen Herren, und ich koͤnnte Euch eine große Familie nennen, die ihn ſchüzt, ſo viel ſie immer mit Ehren thun kann, damit er der Dorn ſei, der andere ſticht; und dann iſt er ein ſo pfiffiger, durch⸗ telebener Burſche, er hat ſchon ſo manchen Streich ausge⸗ fuͤhrt, daß man ein ganzes Buch von ihm ſchreiben koͤnnte, wie von Robin Hood oder William Wallace, voll kuͤh⸗ ner Thaten und wunderſamer Rettungen, wie man ſie ſich beim Feuer an Winterabenden gern erzaͤhlt. Es iſt ein naͤrriſch Ding von mir, Ihr Herrn, ich bin ſelbſt ein fried⸗ licher Mann, und eines friedlichen Mannes Sohn, denn mein Vater, der Zunftmeiſter zankte mit niemand, als mit den andern Rathsherren, es iſt ein naͤrriſch Ding, ſage ich, aber ich glaube, das hochlaͤndiſche Blut regt ſich in mir bei ſolchen Erzaͤhlungen, und manchmal hoͤre ich ſie lieber, als ſonſt ein heilſames Wort, Gott verzeihe mir's! aber das ſind Eitelkeiten, fündhafte Eitelkeiten, und noch mehr, gegen Geſez und Evangelium.

Ich ſuchte nun ferner zu erfahren, welchen Einfluß moͤg⸗ licher Weiſe dieſer Robert Campbell auf meine und meines Vaters Angelegenheiten haben koͤnnte.

Ihr muͤßt wiſſen, ſagte Jarvie in leiſerem Tone, nich ſpreche im Vertrauen, und zu Freunden. Ihr muͤßt

.