Teil eines Werkes 
103. Band, Robin der Rothe : 4. Theil (1828) Rob Roy
Entstehung
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II

Schlag Menſchen, als wir; unter ihnen giebt es keine Gerichtshoͤfe, keine Obrigkeiten, die den Degen nicht um⸗ ſonſt an der Seite tragen, wie der wuͤrdige Zunftmeiſter, mein Vater, und ich darf ſagen, wie ich ſelbſt, und an⸗ dere Rathmaͤnner in dieſer Stadt. Aber dort gilt nur des Lairds Befehl, dem muͤſſen die Kerle folgen, und die haben nie ein anderes Geſetz, als die Laͤnge ihrer Dolche, das Schwert iſt der Klaͤger, der Schild der Beklagte, und der ſtaͤrkſte haͤlt am laͤngſten aus, das iſt ein hochlaͤn⸗ diſcher Prozeß.

Oweun ſeufzte tief, und ich geſtehe, die Beſchreibung erhoͤhte nicht ſonderlich mein Verlangen, mich in ein ſo geſetzloſes Land zu wagen.

Wir ſprechen wenig von ſolchen Dingen, fuhr Jar⸗ vie fort;weil ſie uns zu bekannt ſind, und was hilft es, ſein eigenes Land herabzuſetzen, und ſeine eigene Ver⸗ wandtſchaft in Mißkredit zu bringen vor Englaͤndern und Fremden? Das iſt ein ſchlechter Vogel, der ſein eige⸗ nes Neſt beſchmutzt.

Gut, Herr Jarvie, aber da es keine unartige Neu⸗ gier von mir iſt, ſondern die Noth es erfordert, dieſe Frage zu machen, ſo hoffe ich, Ihr werdet es mir niat verargen, wenn ich Euch noch um eine etwas umſtaͤndle⸗ chere Erklaͤrung bitte. Ich habe fuͤr meinen Vater mit mehreren Edelleuten dieſer wilden Gegenden Geſchaͤfte ab⸗ zumachen, und muß von Eurer Einſicht und Erfahrung die noͤthige Aufklaͤrung uͤber dieſen Gegenſtand erwarten.

Dieſe kleine Schmeichelei blieb nicht ohne Wirkung.

Erfahrung! ſagte der Rathmann; die habe ich al⸗ lerdings, und ich habe auch einige Berechnungen gemacht, ja, und da vir ſo unter uns ſind, ich habe auch einige