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des Bodens, baß ſie den beſten Generalen und geuͤb⸗ tsſten Soldaten Achtung einfloͤßten*). 3
Im Anfange des Aprilmonats ſtanden dieſe allzeit fertigen Krieger auf, und in Zeit von vier Tagen war, außer in der kleinen Feſtung Kufſtein, die ſich hielt, kein Franzoſe und kein Baier in ganz Tyrol,⸗ die Gefangenen abgerechnet. Dieſer heldenmuͤthige Krieg verdient ein eigenes Blatt in der Geſchichte. Uns genuͤgt es, hier zu ſagen, daß die Tyroler von den Oeſterreichern, die in ihrer eigenen Heimath ſelbſt ſo viel zu thun hatten, kaum unterſtuͤtzt, doch unter den ſchlimmſten Umſtaͤnden den hochherzigſten und be⸗ harrlichſten Widerſtand leiſteten. Es half nichts, daß eine franzoͤſiſche Armee unter Lefebvre in das Land eindrang und ſich der Hauptſtadt Innsbruck bemaͤch⸗ tigte. Die Franzoſen wurden von dieſen wackern Bergbauern gezwungen, ſich mit unermeßlichem Ver⸗ luſt zuruͤckzuziehen; und wenn Oeſterreich ſeinen eige⸗ nen Kampf gluͤcklich haͤtte ausfechten können, ſo wuͤr⸗ den die treuen Tyroler und Vorarlberger aus dem
ihrigen als Sieger hervorgegangen ſeyn.
*) Dle Oeſterreicher machten den Tyrolern ihre Unkenntniß der Taktik zum Vorwurf. Ein poetiſcher Scharſſchuͤtze vertheidigte dagegen ſeine Landsleute durch folgendes Eyigramm: 8
„Dem, der von Taktik nichts verſteht, Durch Zufall nur der Sieg entſteht, So ſchulgerechte Krieger ſagen
Und zu uns Armen Mitleid tragen; Doch beſſer iſt's durch Zufall ſiegem Als Taitik lehrend Schlaͤge kriegen.“


