10
geſchlagen haͤtte. Er ließ dem Herzog von Welling⸗ ton ſagen: er werde ihm nicht nur mit zwei Divi⸗ ſionen, ſondern mit ſeiner ganzen Armee zu Huͤlfe kommen, und daß er nicht laͤngere Zeit zum Aufbruch verlange, als noͤthig waͤre, ſeinen Soldaten Futter und Kartaͤtſchen auszutheilen.
Es war um 3 Uhr Nachmittags am 17ten, als die Englaͤnder auf dem Kampfplatze ankamen, und die Nacht uͤber ihren Bivouak in der Schlachtord⸗ nung bezogen, in welcher ſie am naͤchſten Tage kaͤm⸗ pfen ſollten. Viel ſpaͤter kam Napoleon in Perſon auf den Hoͤhen von La Belle Alliance an, und ſeine Armee traf zum groͤßten Theil erſt am Morgen des 18. Juni ein. Ein großer Theil der Franzoſen hatte die Nacht in dem kleinen Dorfe Genappe zugebracht, und Napoleons eigenes Quartier war der Maierhof Caillou, eine halbe Stunde hinter La Belle Alliance geweſen. 4
Als Napoleon am Morgen ſeine Schlachtlinie gebildet hatte, kommandirte ſein Bruder Jerome, dem er bedeutende militaͤriſche Talente zuſchrieb, auf der Linken; die Grafen Reille und D'Erlon im Cen⸗ trum, und Graf Lobau auf dem rechten Fluͤgel. Die Marſchaͤlle Soult und Ney waren des Kaiſers Ge⸗ nerallieutenants. Die franzoͤſiſche Macht beſtand wahrſcheinlich aus 75,000 Mann; die engliſche Ar⸗ mee konnte, auch nach der hoͤchſten Berechnung, die⸗ ſelbe Anzahl nicht uͤberſteigen. Jede Armee war


