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Stolz, und mußte daher den Verluſt von Macht ſchmerzlicher als den der Ehre empfind n. Im Ge⸗ fuͤhl der Unrechtmaͤßigkeit ſeines yloͤtzlichen Uebertritts gab er ſich lieber den Schein eines beſonnenen Boͤſe⸗ wichts als ſich in ſeinem wahren Karakter, als ein veraͤnderlicher, karakterloſer und unbeſonnener Thor zu zeigen. Er gab vor, daß Napoleons Expedition ſchon lange zwiſchen ihm und den andern Marſchaͤllen arrangirt geweſen ſey; allein wir wollen lieber anneh⸗ men, daß dieß bloſe Erfindung war, als daß die Be⸗ theurungen, welche der ungluͤckliche Mann noch vor fuͤnf Tagen in den Tullerien that, das Ergebniß vor⸗ bedachter Verraͤtherei geweſen ſind.
Der Marſchall machte nun einen Tagsbefehl be⸗ kannt, daß die Sache der Bourbons fuͤr immer ver⸗ loren ſey; er ward von den Soldaten mit Begeiſte⸗ rung aufgenommen, und Buonaparte's Fahne und Farben wurden ſogleich aufgeſteckt. Manche Offiziere jedoch proteſtirten dagegen und verließen ſein Kom⸗ mando; einer brach, ehe er abgieng, ſein Schwert entzwei und warf es Ney zu Fuͤßen, mit den Wor⸗ ten:„Es iſt fuͤr einen Mann von Ehre leichter, den
Stahl, als ſein Wort zu brechen.“ Ney wurde von Napoleon mit offenen Armen em⸗ pfangen; ſein Abfall brachte der Sache des Koͤnigs unberechenbaren Nachtheil, indem er zeigte, daß der Geiſt der Treuloſigkeit nicht blos die gemeinen Solda⸗ ten beſaß, ſondern ſogar die Offiziere vom hoͤchſten


