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62. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 28. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Unter andern Verhandlungen auf dem Kongreſſe wandte ſich ihre Aufmerkſamkeit auch auf den Zuſtand des Koͤnigreichs Neapel; und es ward von Talleyrand insbeſondere behauptet, daß die Garantie der Herr⸗ ſchaft Murat's in jenem ſchoͤnen Koͤnigreiche auf das Riſiko einer kuͤnftigen Gefahr fuͤr Europa ein Reich beſtehen ließe, das, nach den Grundſatzen Napoleon's gegruͤndet, von ſeinem Schwager beherrſcht werde. Man antwortete ihm nicht mit Unrecht, daß es zu ſpaͤt ſey, die Begruͤndung von Murat's Recht auf Souveranitaͤt in Abrede zu ziehen, nachdem man ſei⸗ ne Huͤlfe in dem Kriege gegen Buonaparte mit Freu⸗ den angenommen und benutzt habe. Talleyrand ſuch⸗ te, indem er Wellington eine Reihe von Briefen, die zwiſchen Buonaparte, ſeiner Schweſter Karoline und Murat gewechſelt worden, vorkegte, zu zeigen, daß es Letzterer nicht redlich meinte, wenn er ſich den Schein gab, als handle er im Einverſtaͤndniß mit den Verbuͤndeten. Der Herzog war der Meinung, daß die Briefe keinen Verrath erwieſen, obgleich ſie an⸗ zeigten, daß Murat nur mit Widerwillen gegen ſei⸗ nen Schwager und Wohlthaͤter Partei machte. Der Gegenſtand wurde nun vor dem Kongreſſe verhandelt, und Murat ſcheint, in der Meinung, ſeine Macht ſey gefaͤhrdet, das voreilige Auskunftsmittel eines Uebertritts ergriffen und ſeine Verbindung mit Na⸗ poleon wieder auſgenommen zu haben. Die Naͤhe El⸗ ba's und Neapels erleichterte es ſehr; uͤberdieß hat⸗

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