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der hoͤchſten Auszeichnung hatte am Morgen des 15. Aprils ein Geſchaͤft mit Napoleon. Er ſchien bleich und niedergeſchlagen, als waͤre er erſt noch aus einer erſchoͤpfenden Krankheit erſtanden. Seine einzige Be⸗ kleidung beſtand in einem Schlafrock und in Pan⸗ toffeln; auch trank er von Zeit zu Zeit etwas Ger⸗ ſtenwaſſer oder eine andere Fluͤfſigkeit, welche neben ihm ſtand, und aͤußerte, er habe eine boͤſe Nacht ge⸗ habt, doch ſey der Schmerzen jetzt voruͤber.
Nach dieſer Kriſis und der Ratifikation des Traktats, welche ſeine Marſchaͤlle fuͤr ihn geſchloſen hatten, ſchien Napoleon ruhiger, als er einige geit her war, und unterhielt ſich mit ſeiner Umgelung offen uͤber die Angelegenheiten von Frankreich.
Er geſtand, daß nach allen dieſen Vorgaͤngen die Herrſchaft der Bourbons fuͤr Frankreich am beſten paſſen wuͤrde, da ſie geeignet waͤre, alle Parteien zu verſoͤhnen.„Ludwig“ ſagte er,„hat Talente und Mittel; er iſt alt und ſchwaͤchlich, und wird, denk' ich, ſeinen Namen zu keiner ſchlechten Regierung hergeben. Wenn er weiſe iſt, ſo legt er ſich in mein Bett, und begnuͤgt ſich, die Leinwand zu wechſeln. Aber,“ fuhr er fort,„er muß die Armee gut hal⸗ ten und ſich huͤten, auf die Vergangenheit zuruͤckzu⸗ ſehen, ſonſt wird ſeine Regierung von kurzer Dauer ſeyn.“ Er ſprach auch von der Unverletzlichkeit des Verkaufs der National⸗Domainen, als dem Einſchlag, von dem das ganze Gewebe abhaͤnge;„ſchneidet er


