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Der Kaiſer hatte nach dieſem Bericht ſchon ſeit dem Rückzug aus Moskau eine Doſis Opium bei ſich gefuͤhrt, die auf dieſelbe Art, wie die von Con⸗ dorcet gebrauchte, praͤparirt war. Sein Kaminer⸗ diener hoͤrte ihn in der Nacht vom 12. auf den 15. April aufſtehen, etwas in ein Glas Waſſer gießen, es trinken und wieder in ſein Bett zuruͤckkehren. Kurze Zeit darauf bemerkte dieſer ein Stoͤhnen und unterdruͤcktes Roͤhren— es wurde Laͤrm in dem Schloſſe— einige Perſonen von hohem Range ſtan⸗ den auf, und begaben ſich auf Napoleons Zimmer. Der Chirurgus Yvan, welcher ihm das Gift verſchafft hatte, ward gleichfalls gerufen; als er aber hoͤrte, daß ſich der Kaiſer beklagte, die Overation des Tran⸗ kes ſey micht ſchnell genug, ergriff ihn ein paniſcher Schrecen, und er floh in vollem Laufe aus dem Pallaſt. Napoleon nahm die ihm anempfohlenen Gegenmittel, und eine lange mit heftigem Schweiße derbundene Betaͤubung erfolgte. Er erwachte ſehr er⸗ ſchoͤpft, und war erſtaunt, ſich noch am Leben zu finden; nach augenblicklichem Bedenken rief er aus: „das Schickſal wird es nicht ſo wollen!“ Er ſchien hierauf damit ausgeſoͤhnt, ſich ſeinem Verhaͤngniß zu fuͤgen, ohne aͤhnliche Verſuche perſoͤnlicher Gewalt⸗ that zu machen. Die Meinungen uͤber die urſache von Napoleons Uebelbefinden ſind hier getheilt, einige ſchreiben es einer Unverdaulichkeit zu; daß er jedoch ſehr unwohl war, iſt unbeſtritten. Ein General von


