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Soldaten, der Gebieter von ſeinen Dienern verlaſſen, der Bruder von ſeinen Bruͤdern, der Gatte von ſeiner Gattinn getrennt, und der Vater von ſeinem einzigen Kinde losgeriſſen. um ihn fuͤr den Verluſt des ſchoͤnſten und groͤßten Reiches zu troͤſten, uͤber das je der Ehrgeiz den Scepter gefaͤhrt, kam er mit dem Spott⸗ namen eines Kaiſers in Beſitz einer winzigen Inſel, auf welche er, von dem Mitleid ſolcher Freunde, die noch ihre Geſinnung auszuſprechen wagten, von den unverholenen Verwuͤnſchungen vieler ſeiner fruͤheren Untergebenen, die ſeine jetzige Erniedrigung als keine Genugthuung fuͤr das, was ſie unter ſeiner Hetr⸗ ſchaft gelitten, anſehen wollten, und dem uͤbel ver⸗ hehlten Triumph ſeiner Feinde, in deren Haͤnde er uͤberantwortet war, bezleitet, ſich zuruͤckziehen mußte. Ein Römer haͤtte in dieſem zahloſen Ungluͤck einen Wink ge ehen, ſich das Schwerdt in die Bruſt zu ſtoßen. Ein Mann von beſſerem Glauben haͤtte ſein Auge zuruͤck auf ſeine Handlungen gewandt, in dem Mißbrauch ſeines Gluͤckes die Hauptquelle alles dieſes Elendes geleſen, und haͤtte ſich geduldig und reuevoll in die Folgen ſeines Ehrgeizes ergeben. Napoleon gehoͤrte in die Philoſophenſchule der Roͤmer, und es wird mit Gewißheit, insbeſondere von ſeinem Sekretair, dem Baron Fain berichtet, obgleich es nicht allgemeinen Glauben fand, daß er in dieſer verzweifelten Lage ſeinem Leben durch Selbſtmord ein Ende machen wollte.


