Man hat die Erfahrnng gemacht, daß dieienigen Schachſpieler, welche die kuͤhnſten Spruͤnge machen, am wenigſten geeignet ſind, ſich zu vertheidigen, wenn ſie auf dieſelbe kuͤhne Weiſe angegriffen werden, und daß die Generale, deren gewoͤhnliche und beliebte Taktik im Vordringen und Angreifen beſteht, ſehr oft durch Offenſiv⸗Operationen von Seiten ihrer Feinde außer Faſſung kamen. Napoleon war ſo ſehr ge⸗ wohnt, ſeine Gegner mehr auf das Pariren, als auf das Ertheilen von Streichen achten zu ſehen, und vertraute ſo ſehr auf die Furcht, in die er ſie durch die Schnelligkeit ſeiner Bewegungen, ſeinen Ungeſtuͤm im Angreifen und die Schrecken ſeines Namens ver⸗ ſetzte, daß er nicht ſehr beſorgt ſchien, die Verbuͤnde⸗ ten moͤchten einen Operationsplan einſchlagen, der nicht auf ſeinen eigenen berechnet waͤre, und ſie, ſtatt ſeine Bewegungen im Ruͤcken ihrer Armee zu bewachen oder zu hemmen, gerade vorwaͤrts zur Be⸗ ſetzung ſeiner Hauptſtadt fuͤhrte. Ueberdieß waren, trotz den Einwuͤrfen, die man machte, daß eine dauernde Vertheidigung unmoͤglich ſey, noch andere Gruͤnde in Betracht zu ziehen. Die Gegend im Norden von Paris iſt ſehr feſt, die Nationalgarde war zahlreich, die niederen Volksklaſſen von militaͤri⸗ ſchem Karakter und ſeiner Sache ergeben. Eine ent⸗ ſchloſſene kurze Vertheidigung haͤtte die doppelte Wir⸗ kung gehabt, die Hitze der Angreifenden zu daͤmpfen und ſie vor den Mauern der Hauptſtadt hinzuhalten,
Teil eines Werkes
60. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 26. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


