Teil eines Werkes 
59. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 25. Theil (1827)
Entstehung
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großen Verluſte, als wollte er dem ſchlechten Gluͤcke trotzen, erneuerte Napoleon den Angriff auf Clacy und Semilly, allein alle ſeine Verſuche waren frucht⸗ los, und er war genöthigt, von dem Unternehmen abzuſtehen, weil er, wie er ſich entſchuldigte, die Stel⸗ lung unuͤberwindlich fand. Am ꝛuten zog er ſich, nachdem ihm alle ſeine Angriffe mißlungen, mit einem Verluſte von 40 Kanonen und beinahe 10,000 Mann, von Laon zuruͤck. Die Allürten hatten verhaͤltniß⸗ maͤßig, da ſie gedeckt fochten, wenig gelitten. Napo⸗ leon hielt bei Soiſſons, das, als Bluͤcher ſeine Armee concentrirte, von Langeron geraͤumt worden war, und nun wieder von den Franzoſen beſetzt wurde. Er ließ die Beſetzung verſtaͤrken, und gedachte zur Vertheidigung des Platzes gegen Bluͤcher, der, als Sieger, ſogleich vor demſel⸗ ben erwartet wurde, Mortier zuruͤckzulaſſen. Zu Sotſſons erfuhr Napoleon, daß Saint Prieſt⸗ ein franzoͤſiſcher Emigrant und commandirender General in ruſſiſchem Dienſte, Rheims beſetzt halte, eine Stadt, welche durch ihre ehrwuͤrdige Kathedralkirche, in welcher die Konige von Frankreich gekroͤnt wurden, merkwuͤrdig iſt. Napoleon ſah ſogleich ein, daß der Beſitz von Rheims die Communication zwiſchen Schwarzenberg und Bluͤcher wieder herſtellen, und uͤberdieß die Vor⸗ theile, welche er ſich von dem Beſitze von Soiſſons verſprach, wieder aufheben wuͤrde. Er ruͤckte vor Soiſſons nach Rheims, wo nach einem Angriff, der bis ſpaͤt in die Nacht dauerte, erſt durch die Verwun⸗ dung des ruſſiſchen Generals deſſen Leute entmuthigt wurden, und den Platz raͤumten. Es ließen ſich Schrecken aller Art waͤhrend eines naͤchtlichen Angriffs erwarten, wenn eine Armee die andere aus einer be⸗ deutenden Stadt vertreibt. Allein bei dieſer Gelegen⸗ heit benahmen ſich die Truppen auf beiden Seiten mir der groͤßten Ordnungsliebe. Bei der Erzaͤblung.