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ſten Morgen Bluͤcher in ſeiner feſten Stellung anzu⸗
greifen, und ſich, wo moͤglich, die ſchleſiſche Armee vom Halſe zu ſchaffen, die ſeit 42 Tagen, waͤhrend welcher kaum 2 Tage vergingen, daß er nicht von
vornen oder von hinten in ernſtlichem Kampfe mit
ihr lag, der Gegenſtand ſeiner Unruhe war. Er be⸗ kam von einem Officier, mit Namen Buſſy de Bellav, der zu Brienne mit ihm in die Schule gegangen, in der Nachbarſchaft lebte, und mit dem Terrain wohl bekannt war, wichtige Auskunft, die ihn in Stand ſetzte, den projektirten Angriff zu machen; woſuͤr er ihn ſogleich als Adjudanten mit bedeutendem Gehalte bei ſich anſtellte. Als der Angriffsplan entworfen war, ſoll er ausgerufen haben:„ich ſehe, dieſer Krieg iſt ein bodenloſer Abgrund, allein ich bin entſchloſſen, der Letzte zu ſeyn, den er verſchlingen follle Die Stadt Laon liegt auf dem Ruͤcken eines Hu⸗ gels, der ſich ſehr ſteil uͤber eine Ebene erhebt, eine Stunde in die Laͤnge. Die Vorderſeite des Abhangs
iſt ſteil und abſchuͤſſig, und beſteht aus Terraffen, die
zu Weinbergen dienen. Bulow vertheidigte die Stadt und den Abhang, der Reſt der ſchleſiſchen Armee ſtand auf der Ebene unten; der linke, aus Preußen beſte⸗ hende Fluͤgel erſtreckte ſich an das Dorf Athies; der rechte, aus Ruſſen beſtehend, lehnte ſich an die Huͤgel zwiſchen Thiers und Semonville.— Nur ein Tag verging zwiſchen der blutigen Schlacht von Craonne und der von Laon. Am gten ſchob Napoleon, von einem dichten Nebel begunſtigt, ſeine Angriffskolou⸗ nen bis an den Fuß der Anhoͤhe, auf welcher Laon liegt, vor, ſetzte ſich in den Beſitz der Dorfer Se⸗ milly und Ardre, und bereitete ſich vor, auf den Huͤ⸗ gel gegen die Stadt vorzudringen. Das Wetter klaͤrte ſich auf, und der Angriff der Franzoſen ward durch
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