Teil eines Werkes 
59. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 25. Theil (1827)
Entstehung
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dem Augenblick, als Buonayarte, gegen ſeine Seite hingewandt, ihn zu einer hoͤchſt nachtheiligen Aktion geuothigt zu haben glaudte. Des Kaiſers Ingrimm ſprach ſich in einem Bulletin gegen die unbeſchreib⸗ liche Niedertraͤchtigkeit des Kommandanten von Solſ⸗ ſous aus, der dieſen wichtigen Platz aufgegeben haͤtte, waͤhrend er doch die Kanonade vom aten und 5ten hoͤren, und daraus auf den Auzug des Kaiſers ſchlie⸗ ßen mußte. In der Hitze ſeines Zorns befahl er, Soiſſons anzugreifen, und auf alle Gefahr hin mit Sturm zu nehmen; allein es war vom General Langeron mit einer Beſatzung von 10,000 Mann vertheidigt. Ein verzweifelter Kampf erfolgte, allein Langeron blieb im Beſitze der Stadt.

Napolern gab dieſes Projekt auf, ſetzte bei Bery⸗du⸗ Bach uͤber die Aisne, in der Abſicht, den linken Fluͤgel von Bluͤcher's Armee anzugreifen, der ſich nun concentrirt hatte und in einer feſten Stellung zwi⸗ ſchen dem Dorfe Craonne und der Stadt Laon ſtand⸗ ſo daß er den Ruͤckzug auf die feſte Stellung der letztern Stadt ſicherte. Bluͤcher erſann ein Mandͤver, das Buonaparte zeigen ſollte, daß ſein Lieblingsſyſteut⸗ den Feind von der Flanke anzugreifen, gleichfalls ſeine Gefahren und Schwierigkeiten haͤtte; er detaſchirte 10,000 Mann Reiterei unter Winzingerode auf einem umweg mit der Ordre, wenn die Franzoſen ihren Marſch auf Craonne begoͤnnen, ſich umzuwenden, und ſie im Ruͤcken und von der Flanke anzugreifen. Allein die ſchlechten Wege und andere Hinderniſſe ließen die⸗ ſes Reiterkorps nicht zur Zeit anlangen, um das be⸗ abſichtigte Manoͤver auszuführen.

Mittlerweile begannen die Franzoſen am 7. Maͤrz um 12 Uhr Morgens ihren Angriff mit der groͤßten Tapferkeit. Ney griff die Poſition auf der rechten Flanke an, die durch einen Hohlweg vertheidigt war,