Teil eines Werkes 
59. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 25. Theil (1827)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

119

Die Lage Napoleons auch nach dem Sieg bei Montereau und der Einnahme von Troyes war uͤberaus bedenklich. Wenn er gegen die große Armee der Verbuͤndeten vorruͤckte, ſo zog ſich dieſe wahr⸗ ſchelulich zuruͤck, unter kleinen Gefechten, ohne ſich in eine Hauptſchlacht einzulaſſen; Bluͤcher dagegen, der Herr der Marne, konnte indeſſen auf Paris mar⸗ ſchiren. Wenn ſich Napoleon aber gegen Bluͤcher wandte, ſo war auf gleiche Weiſe zu befuͤrchten, daß Schwarzenberg wieder die Straße nach Paris duech das Seinethal faſſen wuͤrde. So konnte er keine Bewe⸗ gung auf der einen Seite machen, ohne die Haupt⸗ ſtadt auf der andern einer Gefahr auszuſetzen.

Nachdem Napoleon alle Nachtheile auf beiden Seiten erwogen hatte, entſchloß er ſich, ſeine Waffen gegen Bluͤcher zu wenden, der gegen ſeine Perſon am ſeindlichſten geſinnt, am ſchuellſten in ſeinen Be⸗ wegungen und am beharrlichſten in ſeinem Vorhaben war. Er ließ Oudinot, Macdonald und Gerard vor der Fronte der großen Armee ſtehen, in Hoffnung, ſie wuͤrden, obgleich geringer an Zahl, Schwarzenberg glauben machen, er habe Napoleon in Perſon vor ſich, und ſo die Oeſterreicher beſtimmen, ihren Ruͤck⸗ zug fortzuſetzen, oder ſie wenigſtens verhindern, die Offenſive wieder zu ergreifen. Zu dem Ende ſollten die franzoͤſiſchen Truppen auf Bar⸗ſur⸗Aube marſchi⸗ ren, und, wo moͤglich, die Hoͤhen in der Nachbar⸗ ſchaft beſetzen; auch ſollten die Soldaten ſich der