Teil eines Werkes 
59. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 25. Theil (1827)
Entstehung
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117 Solche Maͤuner(und ihre Anzahl war betraͤcht⸗ lich) hielten dafuͤr, daß kein mit Napoleon geſchloſſener Friede von Dauer ſeyn koͤnnte, und daß jede Art von Vertrag nichts als ein bewaffneter Waffenſtill⸗ ſtand waͤre, bis der Kaiſer von Frankreich ſich wieder ſtark genug fuͤhlte, den Reſt ſeines Lebens auf die Wiedereroberung deſſen zu ſetzen, was er in ſeinem fruͤheren Leben gewonnen hatte. Sie behaupteten, daß es am Tage liege, wie er die Unterhandlung blos wegen Antwerpen abgebrochen haͤtte, von dem er ſich den groͤßten Vortheil fuͤr ſein Reich in den kuͤnftigen Kriegen verſprach, auf die er gegen Eng⸗ land ſann. Er ſuchte Krieg durch Frieden, nicht Frieden durch Krieg. Diejenigen, die ſo dachten, waren ohne Zweifel manchmal gegen die Perſon Na⸗ poleons eingenommen, und geneigt, ſeine Herrſchaft als eine Uſurpation zu betrachten; andere von ihnen dagegen gaben zu, daß Napoleon, an und fuͤr ſich betrachtet, kein ſchlimmerer Menſch ſey, als andere Eroberer, daß aber eine ſo lange, ununterbrochene Reihe von Siegen, Krieg und Sieg ihm ſo vertrant gemacht, daß des Sieges Donnerſtimme ſeinem Ohre ſo nothwendig war, als der Odem zum Leben iſt. Dieſe Leidenſchaft fuͤr den Krieg, ſagten ſie, wuͤrde Napoleon Vielen, nur zu Vielen, nicht verhaßt ge⸗ macht haben; ſo nachſichtig iſt die Tagsmoral fuͤr den Durſt nach Kriegsruhm, aber gewiß iſt, daß dieſe Leidenſchaft ihn zu einem hoͤchſt unwillkommenen