38 Kampfe, der jetzt gefochten wurde, den Kuͤrzern zo⸗ gen. Giulay haͤtte dieſe Bruͤcken zerſtoͤren koͤnnen; man glaubt aber, er habe Befehl gehabt, den Paß offen zu laſſen, damit die Franzoſen nicht zur Ver⸗ zweiflung gebracht und hiedurch zu unberechenbaren Anſtrengungen veranlaßt wuͤrden. Die Schlacht wuͤ⸗ thete mit gleicher Heftigkeit bis zur Nacht fort, wo dann die Blutarbeit, wie durch eine gegenſeitige Uebereinkunft, eingeſtellt wurde. Drei Kanonen⸗
ſchuͤſſe waren fuͤr die entfernteren Korps das Sig⸗
nal, daß der Kampf fuͤr jetzt geendet ſey, und die Armeen zogen ſich auf der Suͤdfeite in dieſelben
Stellungen zur Ruhe zuruͤck, die ſie in der Nacht
inne gehabt. Die Franzoſen hatten das waͤhrend des
Tages gewonnene Terrain zuletzt wieder verloren,
aber doch ihre urſpruͤngliche Stellung gegen die wuͤ⸗
thenden Angriffe eines ſo uͤberlegenen Feindes ganz
behauptet. Auf der Nordſeite hatten ſie ſich nicht
mit dem gleichen Erfolge vertheidigt. Marmont
war von Bluͤcher geworfen und die ganze Verthei⸗
digungslinie auf dieſer Seite näher an die Stadt
zuruͤckgedraͤngt worden.
Napoleon unterzog ſich indeſſen dem keaurigen
6 eſchäft, ſeine Truppen zum Behuf einer gewiß eh⸗ 3 renpollen, aber zuletzt doch unnuͤtzen Vettheidigung zu ordnen. Der Ruͤckzug wurde unvermeidlich, aber wie ſollte dieſer durch die engen Straßen einer uͤber⸗ fuͤllten Stadt geſchehen; wie follten 100,000 Mann


