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liche Lehre von Napoleon erhalten hatten, verloren den Muth. Wenn es ihnen auch gelungen waͤre, die Franzoſen nach Dresden zuruͤckzuwerfen, ſo haͤt⸗ ten ſie doch aus Mangel an Magazinen nicht laͤnger vor demſelben ſtehen bleiben koͤnnen. Der Schwei⸗ zer Jomini, ein durch ſeine ſtrategiſchen Kenntniſſe beruͤhmter Offizier, der vor kurzem aus Napoleons Dienſt in den des Kaiſers Alexander getreten war, ſchlug den kuͤhnen Plan vor, waͤhrend des Gefechts die Armee eine Frontveraͤnderung machen zu laſſen und den linken franzoͤſiſchen Fluͤgel mit aller Macht anzugreifen, was dem Schickſal des Tages vielleicht
eine audere Wendung gegeben haben wuͤrde. Allein
dieſes Experiment erſchien, nicht ohne Grund, zu
kuͤhn fuͤr eine entmuthigte und in Unordnung ge⸗
brachte Armee. Man beſchloß daher den Ruͤckzug,
der wegen des Wetters, wegen des ſchlechten Zuſtan⸗
des der Straßen und wegen des Aufdringens der
Franzoſen ſehr mißlich werden mußte. Der Koͤnig
von Neapel ſtand bereits auf der Straße, die in weſt⸗ licher Richtung uͤber Freiberg nach Boͤhmen fuͤhrt,
und Vandamme hatte ſich mit einer ſtarken Diviſiou
auf derjenigen aufgeſtellt, die uͤber Pirna an der
Elbe aufwaͤrts zieht.
Da die beiden Hauptſtraßen ſolchergeſtalt den Alllirten verſchloſſen waren, ſo blieb ihnen nichts ub:
ig, als ſich zwiſchen denſelben auf allen vorhandenen
Nebenwegen zuruͤckzuziehen. Dieſe ſchon an und fuͤr W. Scott's Werke. LVII, 8


