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Man hatte ihn auf Lanzen, die als Tragbahre die⸗ nen mußten, vom Schlachtfeld weggebracht. Der Kaiſer von Rußland und der Koͤnig von Preußen zeig⸗ ten den groͤßten Schmerz und Kummer. Der Mann hatte das Windſpiel des gefallenen Offiziers mitge⸗ bracht, auf deſſen Halsband der Name Moreau zu
leſen war. Dieſer große General ſtarb wenige Tage
nachher, nachdem ihm beide Beine abgenommen wor⸗ den, wobei er die groͤßte Standhaftigkeit bewies. Sein perſoͤnlicher Werth und ſeine Talente waren unbeſtritten, und diejenigen, die, kuhner als wir, ſein Betragen in der letzten Zeit mit dem des Coriolanus oder des Connetabel von Bourbon vergleichen, werden doch geſtehen muſſen, daß er, wie dieſe großen Maͤn⸗ ner, ſeinen Fehler durch einen fruͤhzeitigen und ge⸗ waltſamen Tod geſuͤhnt haatt.
Moreau ſoll den Angriffsplan auf Dresden ent⸗ worfen haben. Sein Tod mußte die Ausfuͤhrung deſ⸗ ſelben demnach ſtoͤren. Die Alliirten hatten aber noch uͤberdies auf die Abweſenheit Napoleons und eine ſchwache Vertheidigung des Platzes gerechnet. Keines von beiden war der Fall; Napoleons ploͤtzli⸗ che Ankunft an der Spitze einer, wenn anch nicht zahlreichen, doch auserleſenen Armee hatte die Na⸗ tur des Kampfes ganz veraͤndert. In demſelben Au⸗ genblick, wo ſie anzugreifen gedachten, mußten ſie ſich zur Wehre ſetzen; ihre Truppen, beſonders die Deſterreicher, die in fruͤheren Zeiten ſo manche ſchrecr
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