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Klenau aufzunehmen, welche bereits, aber von An⸗ ſtrengung und Unwetter ermattet und erſchoͤpft und mit faſt unbrauchbar gewordenen Musketen, im Anzug war. Die Kanonade dauerte indeſſen ohne Unter⸗ brechung auf beiden Seiten fort, nur eine Batterie
der jungen Garde ſtellte ihr Feuer ein. Als Napo⸗
leon dies bemerkte, ließ er durch General Gourgaud nach der Urſache fragen und erfuhr von dieſem, daß die Kanonen zu tief ſtaͤnden, um das feindliche Feuer auf der jenſeitigen Anhoͤhe mit Vortheil zu erwie⸗ dern, und daß die Kugeln der franzoͤſiſchen Batterie meiſt in den Boden fuͤhren.„Es hat nichts zu ſa⸗ gen, nur gefeuert, war des Kaiſers Antwort, wir muͤſſen den Feind auf dieſem Punkt beſchaͤftigen.““ Dies geſchah, und eine außerordentliche Bewegung
zunter den Truppen auf dem Huͤgel ließ vermuthen,
daß jemand von hohem Range getroffen worden feyn muͤſſe. Napoleon dachte, es ſey Schwarzenberg. Er bedauerte ihn und fuͤgte zufolge eines ihm eigenen Aberglaubens hinzu:„Er war alſo das durch den un⸗ gluͤcklichen Brand auf jenem Vall angeſagte Opfer 2*) Ich habe denſelben immer fuͤr ein Vorzeichen gehal⸗ ten; jetzt iſt es klar, wer gemeint war.“
Den andern Morgen brachte ein Bauer umſtaͤnd⸗ lichere Kunde. Einem hohen Offizier waren durch
die fatale Kugel beide Beine zerſchmettert worden.
») Bei der Vermählungsfeier von Napoleon und Marie Louiſe Siehe 7ter Band.


