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56. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 22. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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Seine grundloſen Beſchwerden gegen Rußland ſollten der Gegenſtand eines Vergleiches werden; demungeachtet fuhren ſeine Armeen fort, ſich den Grenzen des ruſſiſchen Reiches zu nahen, ſo daß Alexander, haͤtte er, von den franzoͤſiſchen Bajonet⸗ ten bedroht, nachgegeben, dadurch auf die Selbſt⸗ ſtaͤndigkeit ſeines Reiches verzichtet haben wuͤrde⸗ Den an ſich ungerechten Forderungen Napoleons, die durch Schreckmittel aufgedrungen werden wollten, konnten ein ſtolzes Volk und ein hochherziger Fuͤrſt ſchlechterdings nicht willfahren. So fing Buonaparte damit an, von den Ufern des Boryſthenes an bis zur chineſiſchen Mauer ein Nationalgefuͤhl zu wecken und die wilden und unciyiliſtrten Bewohner eines weitgedehnten Reiches gegen ſich aufzubringen, die mit Liebe an ihrer Religion, ihrer Regierung, ihrem Vaterlande haͤngen und einer Selbſtaufopferung faͤ⸗ hig ſind, von der er keinen Begriff hatte. Es war ein merkwuͤrdiger Charakterzug Napoleons, daß, wenn er ſeine Meinung einmal feſt gefaßt hatte, er jede Sache ſo ſah, wie er ſie zu ſehen wuͤnſchte, und ver⸗ ſucht wurde, ſelbſt Wirklichkeiten zu beſtreiten, wenn ſie mit ſeinen vorgefaßten Ideen nicht uͤbereinſtimm⸗ ten. Er hatte ſich ſelbſt uͤberredet, daß eine Schlacht zu gewinnen, eine Hauptſtadt zu erobern, die ein⸗ zige Aufgabe ſey, die er zu loͤſen habe, um auf ſeine Bedingungen den Frieden zu erlangen. Er rechnete ganz beſonders auf ſeine Macht uͤber die Gemuͤther