121 derjenigen, die er naͤher kennen gelernt hatte. Er glaubte, den Kaiſer Alexander durchſchaut zu haben, und zweifelte nicht, daß, wenn er ſeine Armeen ſchlage und ſeine Hauptſtadt nehme, er wieder ſei⸗ nen ehemaligen Eiufluß auf ihn gewinnen waͤrde durch das Zugeſtaͤndniß eines Friedens unter billigen Bedingungen, durch welchen er zunaͤchſt nur ſeine Ue⸗ berlegenheit anerkannt wiſſen wollte. Darum ging er in ſolchen Eilmaͤrſchen vorwaͤrts und verlor ſchon in Lithauen Tauſende von Menſchen und Pferden, die durch die Beachrung dre gemeinſten Regeln haͤt⸗ ten gerettet werden koͤnnen; darum blieb er, gegen ſeine beſſere Ueberzeugung und gegen den Rath ſei⸗ ner Vertrauten, nicht zu Witepsk oder zu Smolensk ſtehen; darum eilte er in die Schlacht und zur Er⸗ sberung der Hauptſtadt, wo er den Frieden zu fin⸗ den hoffte. Es ſchien auch Alles zu gehen, wie er es wuͤnſchte. Die Schlacht von Borodino, die blu⸗ tigſte in unſerer kriegliebenden Zeit, war gewonnen — Moskau genommen. Aber in Beziehung auf die Wirkung, welche dieſe beiden Ereigniſſe auf den Kaiſer und die Ruſſen hervorbreingen woͤrden, hatte er ſich gaͤnzlich verrechnet. Als er ihre Unterwer⸗ fung und ein Loͤſegeld fuͤr ihre Hauptſtadt erwarte⸗ te, ging die Stadt unter ſeinen Augen im Feuer auf; aber ſelbſt die Veroͤdung und Einaͤſcherung von Mos⸗ au konnten ihm die Binde nicht von ſeinen Augen reißen, ihn nicht uͤberzeugen, daß das Volk und ſein
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56. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 22. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
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