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als ihr beliebt, ſtatt, wie bei naſſem Wetter, auf eine einzige Straße beſchraͤnkt zu ſeyn, auf welcher ſich die Kolonnen einander folgen muͤſſen. Eine ſolche durch die Vervielfaͤltigung der Kolonnen gegebene Ausdehnung der Marſchfronte taugt aber ganz be⸗ ſonders fuͤr eine Armee, die, wie die franzoͤſiſche un⸗ ter Napoleon, im Punkte ihrer Verpflegung zunaͤchſt auf das Land angewieſen iſt. Wo verlaͤngerte Ko⸗ lonnen auf einer und derſelben Straße hinter ein⸗ ander folgen, wird das Land auf beiden Seiten der Straße von den Marodeurs des vorderſten Korps ſchon ſo ſehr in Anſpruch genommen, daß die Ver⸗ ſorger des folgenden Korps, um etwas zu finden, groͤßere Abſtecher machen muͤſſen, bis die Entfernung ſo groß wird, daß das hinterſte Korps ſich mit dem⸗ jenigen begnuͤgen muß, was die vorangegangenen et⸗ wa zuruͤckgelaſſen haben. Man denke ſich ſechs, acht oder zehn Kolonnen, die auf gleicher Hoͤhe in paral⸗ lelen Richtungen, angemeſſene Zwiſchenraͤume unter ſich beobachtend, marſchiren, ſo bedecken ſie das Land in einer ſechs⸗, acht⸗ bis zehnfachen Breite und koͤn⸗ nen ſich um ſo leichter und reichlicher verpflegen. Solche parallele, in gleicher Hoͤhe fortziehende Ko⸗ lonnen koͤnnen ſich im Falle eines Angriffs durch e
nen Marſch aus der Flanke leicht und ohne Zeltver⸗ luſt gegenſeitig unterſtuͤtzen, was, wenn die Kolon⸗ nen hinter einander folgen und die vorderſte von der
hinterſten vielleicht einige Tagmaͤrſche entfernt iſt, W. Scott's Werke. L. V7. 8


