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Welt je gefehen hat. Am nten Mai 1812 verließ Napoleon Paris; der ruſſiſche Botſchafter erhielt ſeine Paͤſſe zwei Tage ſpaͤter.
In ſeinen fruͤheren Kriegen hatte ſich Napoleon ſtets ploͤtlich und mit einem ganz geringen Gefolge zu ſeiner Armee begeben; jetzt trat er dagegen mit einem Glanze und einer Wuͤrde auf, die ſich fuͤr den⸗ jenigen ziemten, der mit mehr Recht als je ein Herr⸗ ſcher den Titel eines Koͤnigs der Koͤnige haͤtte an⸗ nehmen moͤgen. Dresden ward zum Ort der Zuſam⸗ menkunft fuͤr alle Koͤnige, Herrſchaften, Fuͤrſten,
Herzoge und Großen aller Art beſtimmt, die von Napoleon abhingen und etwas von ihm zu hoffen oder zu befuͤrchten hatten. Der Kaiſer von Oeſter⸗ reich kam mit ſeiner Gemahlin zu ſeinem maͤchti⸗ gen Eidam, und die Stadt wimmelte von Prinzen ſowohl gus den alteſten Haͤuſern, als aus dem noch weit ſtolzeren Hauſe Napoleons. Der Koͤnig von Preußen wer auch zugegen, aber weder ein frei⸗ williger, noch ein willkommener Gaſt, außer in ſo⸗ ſern durch ſeine Auweſenheit der Triumph des Sie⸗ gers noch gehoben wurde: NMit tiefer Schwermuth im Herzen und in den Blicken war er bei den vie⸗ len heitern und glaͤnzenden Stenen, die Statt fan⸗ den, mehr Zeuge als Theilnehmer. Aber das Schick⸗ ſal bewahrte eine Fuͤlle von Erſatz fuͤr den Fuͤrſten⸗ der in Zeiten unerhoͤrter Bedrangniß ſich durch
Muth und Vaterlandsliebe ausgezeichnet hatte.—


