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55. Band, Leben von Napoleon Buonaparte, Kaiser von Frankreich : mit einer Übersicht der französischen Revolution : 21. Theil (1827) The life of Napoleon Buonaparte, emperor of the French
Entstehung
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wenn es anders nicht zum Kriege voͤllig entſchloſſen ſey, ſeine Armeen, welche die ruſſiſche Grenze be⸗ drohten, zuruͤckziehen ſolle, war ſchon durch den ſchlichten Menſchenverſtand und durch die gemeinſte Klugheit geboten. Und doch ſah Napoleon in die⸗ ſer Bedingung die naͤchſte Veranlaſſung zum Kriege.

Wenn jemand in einem Privatſtreite ſeinem er⸗ zuͤrnten und heftigen Gegner ſagen wuͤrde:Stecke Deinen Degen ein, oder ſetze mir ihn wenigſtens nicht an die Bruſt, ich bin hereit, unſern Streit auf Deine eigenen Bedingungen abzumachen, ſo koͤnnte man doch wahrlich nicht ſagen, er beleidige dadurch dieſen Gegner und gebe ihm Anlaß zu neuen Beſchwerden. Und doch nahm Buonaparte es als eine durch nichts zu ſuͤhnende Beleidigung auf, daß man von ihm forderte, er ſolle ſeine Armeen aus einer Stellung zuruͤckzlehen, in der ſie offenbar kei⸗ nen andern Zweck haben konnten, als Rußland zu ſchrecken. Ein ſolches Anſinnen, ſagte er, ſey uͤber⸗ muͤthig; er kaſſe nicht ſo mit ſich ſprechen und nehme von einem fremden Herrſcher keine Vorſchriften an. Der ruſſiſche Botſchafter erhielt ſofort ſeine Paͤſſe; und der tolle Eigenſinn Napoleons, der in einer Er⸗ oͤfnung, durch welche ein Friedensvertrag eingeleitet werden follte, eine Beleidigung ſah, weil ſie ihn einlud, ſeine drohende Stellung aufzugeben, veran⸗ laßte den Tod von Millionen Menſchen und den Sturz des außerordentlichſten Reiches, das die