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aufgeſtiftet, wuͤnſchte das preußiſche Volk nichts ſehn⸗ licher, als das Schwert gegen Frankreich zu ziehen; die Unabhhaͤngigkeit ſeines Koͤnigreichs wieder herzuſtellen, deſſen Leiden zu raͤchen, war auch des Koͤnigs einzi⸗ ger Gedanke. Das Andenken an eine liebenswuͤr⸗ dige und geliebte Koͤnigin, die in der Bluͤte ihres Lebens aus Gram uͤber das Ungluͤck ihres Vaterlau⸗ des, ihre Haͤnde in die ihres Gemahls legend, ſtarb, rief auch um Nache uͤber Frankreich, das die Leben⸗ de beſchimpft, die Todte gelaͤſtert hatte.*)
Es iſt nun begreiflich genug, daß der Koͤnig von Preußen, ſeinem erſten Gefuͤhle folgend, ſich Ruß⸗ land in die Arme werfen und, gaͤlt es auch Krone und Leben, als deſſen treuer Alliirter am Kriege Theil nehmen wollte. Allein der Kaiſer Alexander ſah ein, daß er durch die Annahme eines ſo edel⸗ muͤthigen Anerbietens ſich verbindlich machen wuͤrde, Preußen auf jeden Fall zu ſchuͤtzen, ſelbſt wenn, wie
) Der Moniteur hat ſich nicht entblödet, mehr als einmal auf eine Liebesintrike zwiſchen dieſer Fürſtin und dem Kaiſer Alexander anzuſpielen, und Buonaparte hat ſowohl Hrn. Las Caſes als Andere verſichert, die Sache ſey wahr, und ſich ſogar den Scherz erlaubt, er habe ſelbſt den König von Preußen abſeits gehalten, um den Liebenden gefällig zu ſeyn. Dies verträgt ſich ſo wenig mit dem allgemein anerkannten vochherzigen Charakter dieſer unglücklichen Fürſtin, daß wir keinen Anſtand nehmen, ſolches als Verleumdung zu bezelch⸗ nen— eine Waffe, die Napoleon weder in öffentlichen, noch Privatſtreitigkeiten niemals verſchmäht bate.


