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nicht wieder gewinnen koͤnne, was er uͤbrigens kaum ernſtlich verſucht zu haben ſcheint, trug er kein Be⸗ denken, ohne alle vorlaͤufige Kriegserklaͤrung Schwe⸗ den den empfindlichſten oder vielmehr den einzigen Streich zu perſetzen, der noch in ſeiner Macht ſtand. Im Januax 1812 ruͤckte Marſchall Davouſt in Schwediſch⸗ Pommern ein, welches die einzige Pro⸗ vinz iſt, die Schweden auf der Suͤdſeite des balti⸗ ſchen Meeres beſitzt; er nahm das ganze Land mit der Hauptſtadt in, Beſitz und bereitete ſich, denjenigen Theil, des preußiſchen Gebiets, der noch nicht von den Franzoſen beſetzt war, zu uͤberziehen.
Da Schweden wegen dieſes feindſeligen Schrit⸗ tes keine Genugthuung erhielt, ſo ſchloß es am 24ſten . Maͤrz 181 ⁄ einen Staatsvertrag mit Rußland, durch
welchen es ſich anheiſchig machte, Frankreich den Krieg zu erklaͤren und mit einem aus 25⸗ bis 30,800 Schweden und 15⸗ bis 20,000 Ruſſen beſtehenden Heere auf irgend einem Punkte Deutſchlands eine Di⸗ verſion zu verſuchen. Dafuͤr ſollte der Kalſer von Rußland ſeinerſeits entweder durch Unterhandlungen oder durch militaͤriſche Mitwirkung Schweden zu dem Beſitze von Norwegen verhelfen und zu dieſem Zwecke die ruſſiſche Armee, die ſich damals in Finnland be⸗ fand, in Bereitſchaft halten. So ward die Macht Schwedens, durch den hohen Ruf ſeines gegenwaͤrti⸗ gen Oberhauptes noch bedeutend verſtaͤrkt, gegen Frankreich in die Wage gelegt, dem es, ohne das


